14.12.2012 23:16
Bewerten
 (0)

Fed legt Finanzreform-Entwurf für ausländische Banken vor

   Von Kristina Peterson and Victoria McGrane

   WASHINGTON--Die US-Notenbank hat am Freitag ihren mit Spannung erwarteten Entwurf über die neusten Bankenregeln für ausländische Finanzinstitute vorgelegt. Dem zufolge sollen ausländische Banken denselben Regeln unterworfen werden wie US-Institute. Ausländische Banken mit großen US-Niederlassungen müssten ihre dortigen Zweigstellen so in ihre Konzernstruktur eingliedern, dass sie die neuesten Bankenregeln genauso wie ihre US-Rivalen erfüllen. Hiervon dürften laut Beobachtern vor allem die Deutsche Bank und Barclays betroffen sein.

   Daniel Tarullo, bei der US-Notenbank für Bankenregeln zuständig, hatte jüngst gesagt, dass die Fed ausländische Finanzinstitute zur Einhaltung der so genannten Dodd-Frank-Finanzreform in den USA zwingen wird. Diese hatte eigentlich ein Schlupfloch gestopft und ausländische Banken verpflichtet, genauso viel Kapital vorzuhalten wie amerikanische Banken. Mit ihrem Vorgehen aber war es Deutscher Bank und Barclays gelungen, Milliardenzahlungen an ihre US-Tochter zu vermeiden.

   Der nun vorgelegte Entwurf sieht unter anderem vor, dass ausländische Institute mit einer Bilanzsumme von mindestens 50 Milliarden Dollar weltweit sowie mindestens 10 Milliarden Dollar in den USA ihre US-Aktivitäten unter einer Holding zusammenfassen müssen. Diese Struktur soll gewährleisten, dass die genannte Dodd-Frank-Finanzreform eingehalten wird. Nach Aussage der Fed verfügen rund 107 Finanzinstitute über eine globale Bilanzsumme von mindestens 50 Milliarden Dollar.

   Zudem müssen die ausländischen Institute den Vorschlägen zufolge für ihr Filialnetz in den USA eine Kapitaldecke oder andere Vermögenswerte vorhalten, die 14 Tage lang das operative Geschäft gewährleisten. Die US-Holding der Institute muss demnach einen Liquiditätspuffer für 30 Tage vorhalten. Das Filialnetz muss allerdings nicht Teil der Holding sein, da es strukturell zur Muttergesellschaft gehöre. Auch müssen sich die betroffenen Institute in den USA Stresstests unterziehen für den Fall einer schweren Wirtschaftskrise.

   Beobachter rechnen damit, dass die Deutsche Bank und Barclays kostspielige Änderungen in ihrer Konzernstruktur treffen müssen. Beide Institute hatten im Jahr 2010 versucht, mit einem geschickten Umbau ihrer Geschäfte die US-Regeln zu umgehen. Das Wall Street Journal hatte den Fall damals aufgedeckt. Einer konzerninternen Mitteilung zufolge, die Reporter des Wall Street Journal im vergangenen Jahr zu Gesicht bekamen, fürchtete die Deutsche Bank, ihrer US-Investmentbank wegen den neuen Dodd-Frank-Regeln bis zu 20 Milliarden US-Dollar frisches Kapital zuschießen zu müssen. Also zog sie ihre amerikanischen Investmentgeschäfte direkt unter das Dach des deutschen Mutterkonzerns und umging so die Vorschriften.

   Sollte der Entwurf genehmigt werden, dann haben die Institute 90 Tage Zeit für mögliche Einsprüche. Die neue Regelung soll nach Vorstellung der Fed dann am 1. Juli 2015 in Kraft treten.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros (END) Dow Jones Newswires

   December 14, 2012 16:45 ET (21:45 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 45 PM EST 12-14-12

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant7
  • Alle+
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Neue Millionenstrafe
Eine Tochter der Deutschen Bank hat ihren Rechtsstreit mit der US-Behörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gegen Zahlung von 3 Millionen US-Dollar beigelegt.
19:41 Uhr
Deutsche Bank Unit to Pay $3 Million to Settle CFTC Charges (EN, The Wall Street Journal Deutschland)
21.12.14
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.12.2014Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
11.12.2014Deutsche Bank buyJefferies & Company Inc.
01.12.2014Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
18.11.2014Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
18.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
11.12.2014Deutsche Bank buyJefferies & Company Inc.
18.11.2014Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
05.11.2014Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
30.10.2014Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
30.10.2014Deutsche Bank buyKepler Cheuvreux
17.12.2014Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
01.12.2014Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
18.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
10.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
04.11.2014Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
14.10.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
12.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
11.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
21.07.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
18.06.2014Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Deutsche Bank AG Analysen
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich fester -- Daimler stellt höhere Dividende in Aussicht -- US-Börsen mit positiven Vorzeichen -- Telekom, Axel Springer, Siemens im Fokus

BMW ruft in USA 140 000 Fahrzeuge zurück. Streiks bei Amazon gehen weiter. Deutsche-Bank-Tochter legt CFTC-Streit bei. Aeroflot und Lufthansa Technik erweitern ihre Zusammenarbeit. Gerry Weber übernimmt Hallhuber. Russland muss Bank mit 433 Millionen Euro stützen. DIW: Kluft zwischen Arm und Reich wächst nicht mehr.
Welche Begriffe wurden in Deutschland am häufigsten gesucht?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Wie viele verkaufsoffene Sonntage sollte es Ihrer Meinung nach pro Jahr geben?