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10.01.2013 07:01

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FEHLERHAFTE HAUSPFÄNDUNGEN

JPMorgan zahlt 700 Millionen Dollar in Pfändungs-Vergleich

JPMorgan ChaseCo zu myNews hinzufügen Was ist das?


Der Vergleich in Sachen Zwangsvollstreckungen kostet die US-Großbank JPMorgan 700 Millionen Dollar vor Steuern. Diese Belastung werde im vierten Quartal verbucht, so die Bank.

Das Kreditinstitut will ihre Zahlen für das vierte Quartal am Mittwoch (16. Januar) vorlegen. JPMorgan Chase gehört zu den zehn Instituten, die sich am Montag mit der US-Bankenregulierers OCC und der Notenbank Fed auf Entschädigungszahlungen in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar geeinigt haben.

    Mit knapp zwei Milliarden Dollar trägt JPMorgan davon fast ein Viertel. Die Bank zahlt 753 Millionen Dollar direkt an die Schuldner, die durch Schlampereien bei Zwangsvollstreckungen geschädigt wurden. Zudem werden 1,2 Milliarden Dollar beiseite gelegt, um die Konditionen der Kreditverträge für die Kunden zu verbessern.

    Neben JPMorgan hat sich am Montag unter anderem auch die Citigroup mit der OCC und der Fed geeinigt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten noch in dieser Woche mit  Ally Financial, Goldman Sachs, HSBC und Morgan Stanley vier weitere Häuser nachziehen. Hier stehen Zahlungen von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar im Raum.

    Die Entschädigungssumme in den April 2011 eingeleiteten Ermittlungen würde damit auf mehr als zehn Milliarden Dollar steigen. Sollte der Vergleich mit den vier weiteren Banken gelingen, würde in dieser Angelegenheit von der Fed und OCC nur noch gegen zwei vergleichsweise kleine Häuser ermittelt. Bei der Untersuchung der beiden Aufsichtsbehörden geht es um Schlampereien bei der Pfändung von Häusern säumiger Schuldner.

    Die US-Banken stehen seit Jahren wegen fragwürdiger Methoden bei Zwangsvollstreckungen in der Kritik. Vor allem das sogenannte Robo-Signing hatte für Empörung gesorgt. Übersetzt bedeutet dies "roboterhaftes Unterschreiben". Gemeint ist damit, dass überlastete Sachbearbeiter sich angesichts der schieren Masse der Fälle kaum Zeit für eine eingehende Prüfung der Unterlagen genommen haben, sondern stattdessen im Minutentakt die Pfändungsbescheide erstellten.

    Das Thema ist in den USA brandheiß, weil durch das Platzen der Immobilienblase und die anschließende Finanz- und Wirtschaftskrise Millionen Amerikaner ihr Eigenheim verloren haben. Sie konnten ihre Kreditraten nicht mehr zahlen. Viele Schuldner landeten dabei zu Unrecht auf der Straße, wie die Bankenregulierer sagen. Bereits im Februar 2012 gab es deshalb einen 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zwischen den Generalstaatsanwälten der US-Bundesstaaten sowie Großbanken.

NEW YORK (dpa-AFX)

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