22.09.2009 12:00
Bewerten
 (3)

Ebbe an der Costa Banca

Finanzkrise: Ebbe an der Costa Banca | Nachricht | finanzen.net
Finanzkrise
Den spanischen Banken und Sparkassen drohen schon bald massive Abschreibungen. Schuld ist die geringe Nachfrage nach Immobilien.
Anders als die ebenfalls unter einer Immobilienblase leidenden angelsächsischen Märkte haben die iberischen Hauspreise noch wenig nachgegeben: Laut Branchendienst TINSA sind sie im Durchschnitt seit dem Höhepunkt im Dezember 2007 „nur“ um 14 Prozent gefallen.

So mussten die Banken ihre Bestände bisher kaum abwerten. Das aber liegt nicht etwa an einer stabilen Nachfrage: „Niemand ist derzeit bereit, die geforderten Preise zu zahlen“, sagt Rogelio Menéndez Otero, Professor an der Universität Carlos III in Madrid. Nur die Banken selbst kaufen in größerem Umfang noch Immobilien und hoffen, sie später wieder mit Gewinn verkaufen zu können. Mittlerweile sind sie die größten Immobiliengesellschaften des Landes.

In der Krise 1993 war diese Strategie erfolgreich. Allerdings hatte damals die schwache Peseta die Nachfrage von Ausländern, etwa Briten und Deutschen, befeuert. Dieser Effekt bleibt jetzt aus. Nun führt der starke Euro zu mehr Arbeitslosen und geringerer Nachfrage nach Immobilien. Das könnte Spaniens Banken schon bald zwingen, ihre Portfolios massiv abzuwerten. Dies dürfte vor allem die regionalen Institute, etwa die Cajas (Sparkassen), schwer belasten.

Vicente Cuñat und Luis Garicano, Professoren an der London School of Economics, sehen für diese Banken nur einen Ausweg: zu fusionieren. „Dabei geht es nicht darum, regionale und schwache Institute zu verschmelzen“, analysieren die beiden Ökonomen, „sondern das System wirklich umzubilden.“ Mit dem im Juli 2009 gebildeten Restrukturierungsfonds FROB hätte die Zentralbank entsprechende Möglichkeiten. Dennoch greift die Banco de España bisher nicht darauf zurück. „Die Zentralbank fürchtet den Konflikt mit den autonomen Regierungen“, wissen Cuñat und Garicano.

Die Situation der regionalen Institute in Spanien hat viele Parallelen zu den deutschen Landesbanken. Auch hier stehen politische Interessen gegen ökonomische Vernunft. mf

Bildquellen: HeidelbergCement AG
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- Dow Jones mit Verlusten -- Merck-Mittel Avelumab erhält FDA Zulassung zur Behandlung von MCC -- Aumann, Deutsche Börse im Fokus

Frankreich: Arbeitslosigkeit geht nur leicht zurück. Absage eines Partners sorgt bei Biotest-Anleger für Verdruss. Reederei Hapag-Lloyd macht Verlust. Theranos verschenkt Aktien an Investoren - wenn die versprechen, nicht zu klagen. Fondsmanager weiterhin optimistisch für Aktien. Das läuft bei der Deutschen Bank falsch. LEONI-Aktie schließt Gap aus 2015. Russische Notenbank senkt Leitzins. Bundestag beschließt Pkw-Maut.

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Wertpapiers? Welcher der drei folgenden Risikoklassen würden Sie sich persönlich zuordnen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
BASFBASF11
BayerBAY001
Allianz840400
Scout24 AGA12DM8
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Apple Inc.865985
Infineon Technologies AG623100
BMW AG519000
CommerzbankCBK100
adidas AGA1EWWW
Siemens AG723610