DAX8.3980,3%  Dow15.3540,8%  Euro1,2841-0,4% 
ESt502.8180,4%  Nas3.4991,0%  Öl104,70,0% 
TDax967,5-0,3%  Nikkei15.1380,7%  Gold1.360-1,9% 

06.02.2013 10:17

Senden
FINANZMARKT-REGULIERUNG

Trennbanken-Pläne treffen Deutsche Bank härter als erwartet

Deutsche Bank zu myNews hinzufügen Was ist das?


Die Pläne für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte treffen die Deutsche Bank härter als bislang angenommen.

Es zeichnet sich immer stärker ab, dass Deutschland keine Kompromisse macht und im Geschäft mit Hedgefonds besonders strenge Maßstäbe anlegen will. Wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen aus Regierungs- und Aufsichtskreisen sagten, soll auch das besicherte Geschäft mit Hedgefonds von den Kundengeldern abgetrennt werden. Als besichert gelten Kredite, wenn sie mit einer Sicherheit, etwa Wertpapieren, hinterlegt werden. Die Vorschläge Frankreichs gehen dagegen nicht ganz so weit und verlangen nur eine Trennung des unbesicherten Geschäfts mit Hedgefonds.

   Der Gesetzesentwurf, über den das Kabinett am Mittwoch berät, deutet bereits eine harte Haltung Deutschlands an, lässt aber letztlich offen, welche "Kredit- und Garantiegeschäfte mit Hedgefonds" genau untersagt werden sollen.

   Damit läuft das geplante Gesetz zu den Trennbanken doch auf eine Lex Deutsche Bank hinaus, die hierzulande bei weitem am stärksten betroffen wäre. In einer Umfrage der größten Hedgefonds zählt die Bank weltweit zu den meistgenannten Banken, mit denen die Fonds Geschäfte machen. Laut den Tabellen der Fachpublikation Global Custodian" spielt die Deutsche Bank in einer Liga mit JP Morgan, Bank of America, Merrill Lynch, Barclays, Citigroup, Credit Suisse, Goldman Sachs, Morgan Stanley und UBS. Andere deutsche Institute tauchen unter den Top-Playern nicht auf.

   Deutsche Bank baute Hedgefonds-Geschäft aus

   Die Deutsche Bank gibt keine Zahlen zum Umfang des Hedgefonds-Geschäfts heraus, Analysten verschiedener Brokerhäuser jedoch sprechen von einem "signifikanten" Anteil am Investmentbanking des Instituts. Die Deutsche Bank habe in der Krise Marktanteile übernommen, als andere Instituten ausgestiegen sind, sagte ein Analyst. Eine Abtrennung des Geschäfts könnte die Bank daher teuer zu stehen kommen.

   Die Deutsche Bank kämpft an allen Ecken und Enden mit Kosten, und das zu einer Zeit, in der sie wegen der hohen Anforderungen an das Eigenkapital jeden Cent zweimal umdrehen muss. Unter der Führung von Anshu Jain und Jürgen Fitschen soll die Bank deutlich effizienter und kostengünstiger aufgestellt werden, Boni- und Stellenkürzungen inklusive. Vor allem die Milliardenkosten für Prozesse sind eine hohe Belastung, die es dem Führungsduo erschwert, Erfolge sichtbar zu machen.

   Aus der Bank selbst verlautete, dass bei einer Abtrennung des Risikogeschäfts mit hohen" Kosten zu rechnen sei und letztlich auch die Produkte für die Kunden dadurch teurer würden. Doch hier schalten die Regulatoren auf taub. Ihr Argument: Es gibt keine belastenden Studien, die belegen, warum das Kundengeschäft wesentlich teurer werden sollte.

   Das Volk ruft nach härteren Regeln

   Der Aufsicht und Politik scheint es ernst. Beide Seiten wollen die Versäumnisse der vergangenen Jahre aufholen. In einer Zeit, in der eine Ausnahmesituation die andere jagte, kamen sie bei der Regulierung kaum hinterher. Vielmehr taumelten sie von einer Banken- und Staatenrettung zur nächsten.

   Als es an den Finanzmärkten besonders turbulent herging, wurde zudem noch gern die Einschätzung von Bankenvorständen wie Josef Ackermann hinzugezogen, auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das hat sich nun geändert. Zwar hat die Bankenlobby immer noch eine starke Präsenz in Berlin und Brüssel, doch in Zeiten des Wahlkampfs bekommt sie weniger Gehör. Die Gesellschaft, so sagen Politiker, habe kein Verständnis mehr. Das Volk rufe nach härteren Regeln. Haftstrafen eingeschlossen.

   Auch die Zeiten, in denen die Finanzaufsicht als zahnloser Tiger galt, sind vorbei. Welches Geschäft letztlich als zu riskant gilt, um zusammen mit dem Kundengeschäft geführt zu werden, solle die BaFin entscheiden, sagte eine Person aus Regierungskreisen. Die Aufsicht in Bonn wurde bereits personell aufgestockt. Weitere Verstärkung sei geplant, sagte die Person, ohne Zahlen zu nennen.

Dow Jones Newswires, Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 03 AM EST 02-06-13

Bildquellen: Deutsche Bank AG

Weitere Links:

Kommentare zu diesem Artikel

vgr schrieb:
06.02.2013 09:48:27

... wie schon F.J. Strauß gesagt hat - vox populi, vox rindvieh - Hier ist deutlich der Kauf von Wählerstimmen zu erkennen. Diese Politik führt zum Chaos!

 Kommentar hinzufügen 

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
    3
  • Alle
    4
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • Sprache:
  • Alle
  • DE
  • EN
  • Sortieren:
  • Datum
  • meistgelesen
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.
Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Monats in dieser Kategorie verfügbar
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
16.05.13Deutsche Bank kaufenExane-BNP Paribas SA
06.05.13Deutsche Bank kaufenWarburg Research
03.05.13Deutsche Bank kaufenCommerzbank AG
02.05.13Deutsche Bank kaufenBarclays Capital
02.05.13Deutsche Bank haltenUBS AG
16.05.13Deutsche Bank kaufenExane-BNP Paribas SA
06.05.13Deutsche Bank kaufenWarburg Research
03.05.13Deutsche Bank kaufenCommerzbank AG
02.05.13Deutsche Bank kaufenBarclays Capital
30.04.13Deutsche Bank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
02.05.13Deutsche Bank haltenUBS AG
30.04.13Deutsche Bank haltenMorgan Stanley
30.04.13Deutsche Bank haltenUBS AG
30.04.13Deutsche Bank haltenCredit Suisse Group
30.04.13Deutsche Bank haltenNomura
30.04.13Deutsche Bank verkaufenJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.04.13Deutsche Bank verkaufenJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
01.03.13Deutsche Bank verkaufenGoldman Sachs Group Inc.
19.02.13Deutsche Bank verkaufenCredit Suisse Group
04.02.13Deutsche Bank verkaufenHamburger Sparkasse AG (Haspa)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

AKTIEN IN DIESEM ARTIKEL

ANZEIGE

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

ANZEIGE

Die 5 beliebtesten Top-Rankings






Wie lange halten Sie Ihre Zertifikate durchschnittlich in Ihrem Depot?
mehrere Jahre
mehrere Monate bis zu einem Jahr
wenige Wochen
ein paar Tage
ich handele intraday
 Abstimmen