07.09.2013 08:00
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Mergers & Acquisitions: Der Appetit wächst

Firmen-Übernahmen
Vodafone und Microsoft bringen mit prominenten Deals neuen Schwung in das Geschäft mit Firmenkäufen (M & A). Auch in Deutschland zieht dieser Markt bereits spürbar an.
€uro am Sonntag

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Der britische Mobilfunker Vodafone und der US-Softwareriese Microsoft probten vergangene Woche spektakuläre Befreiungsschläge und elektrisierten damit gleichzeitig den gesamten Markt für Firmenübernahmen. Die Bedingungen dafür seien jetzt ideal, heißt es etwa in London, dem europäischen Zen­trum der Kapitalmärkte.

Am vergangenen Montagabend hatte Vodafone-Chef Vittorio Colao mit dem 130 Milliarden Dollar schweren Verkauf des 45-prozentigen Anteils an der Mobilfunksparte des US-Telekomkonzerns Verizon den drittgrößten Deal aller Zeiten gelandet. Einen Tag später überraschte der Softwareriese Microsoft mit seinem großzügigen Kaufangebot für die Nokia-Handysparte. In der Telekommunikationsbranche ist der Druck zu Fusionen und Übernahmen, im Fachjargon Mergers & Acquisitions (M & A), besonders groß.

Telekomsektor treibt M & A-Markt
Mit 417 Übernahmen seit Jahresbeginn und einem Anteil von 15 Prozent dominiert die Branche nach Daten des Dienstleisters Thomson Reuters inzwischen das globale M & A-Geschäft. Mit knapp 13 Übernahmen und zwölf Prozent Marktanteil folgen der Energiesektor und die Immobilienbranche, die in den USA ein wichtiger Faktor für die konjunkturelle Erholung ist.

Fünf Jahre hatte Vodafone-Chef Colao den Verkauf des Verizon-­Anteils vorbereitet. Jetzt war offensichtlich der ideale Zeitpunkt. So ist es dem ehemaligen McKinsey-Manager nach Informationen aus Branchenkreisen gelungen, beim Käufer Verizon 30 Milliarden Dollar mehr lockerzumachen, als Verizon ursprünglich zu bezahlen bereit war.

Größer als der Vodafone-Deal sind nur zwei Übernahmen: die des Internetkonzerns AOL durch Time Warner und der Kauf von Mannesmann durch Vodafone, beide während der Börseneuphorie 1999 und 2000.

Ein Vergleich der beiden Vodafone-Transaktionen zeigt den Unterschied zwischen Übertreibung und Normalität. Nach Daten des Dienstleisters Dealogic blätterten die Briten im Jahr 2000 das 110-Fache des operativen Gewinns von Mannesmann auf den Tisch. Verizon da­gegen zahlt das Neunfache des Verizon-Wireless-Gewinns. Mit 20 Milliarden Dollar Cash hat Vodafone nun mehr als ausreichend Kapital, um den Ausbau des Glasfaser- und Kabelgeschäfts durch Zukäufe vo­ranzutreiben. In Großbritannien kaufte der Konzern 2012 bereits Cable & Wireless, hierzulande wollen die Briten Kabel Deutschland übernehmen.

In London ein offenes Geheimnis: Vodafone ist seinerseits ein ­potenzielles Übernahmeziel für den US-Telekomriesen AT & T. Der kann in den USA kaum noch zulegen. Aktionäre britischer Konzerne haben in der Vergangenheit oft bewiesen, dass sie bei attraktiven Übernahmeprämien gesprächsbereit sind.

Derzeit soll AT & T allerdings Telecom Italia umkreisen. Vor dem Treffen des Aufsichtsrats am 19. September sollen Großaktionäre dort Verkaufsbereitschaft signalisiert haben.

Impulse für den deutschen Markt
Die Konsolidierung im Telekomsektor belebt auch das deutsche M & A-Geschäft. „Die großen Deals zeigen eine Wende im deutschen Markt, wo seit 2008 der Abwärtstrend dominiert“, sagt Alexander Gehrt, der bei UBS das M & A-Geschäft in Deutschland leitet. Im Vergleich zum Vorjahr liege der Markt bereits um mehr als 25 Prozent vorn.

Die derzeit heißeste Übernahmespekulation im DAX läuft momentan bei der Commerzbank, da sich der Staat über kurz oder lang von seiner 17-prozentigen Beteiligung trennen will. Allein seit Anfang Juli legte die hochvolatile Aktie deshalb um 50 Prozent zu. 

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