30.07.2013 16:00
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Cewe Color: Nächstes Kapitel der Fotostory

Cewe Color: Nächstes Kapitel der Fotostory
Firmenkunden im Visier
Rolf Hollander hat die Oldenburger Firma Cewe Color zu Europas größtem Fotoentwickler geformt. Jetzt soll Onlinedruck für Firmenkunden einen neuen Wachstumsschub bringen.
€uro am Sonntag

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Ein paar Tage noch ist Rolf Hollander im Urlaub. Wenn sich die Massen motorisierter Urlauber auf den Autobahnen Anfang August in Bewegung setzen, wird der Chef des Fotoentwicklers Cewe Color wieder an seinem Schreibtisch sitzen.

Hollander wird mit Finanzvorstand Olaf Holzkämper an den Details der Strategie für Firmenkunden feilen. Die will der Chef dann am 18. September vor Analysten präsentieren. Kernstück ist die drittgrößte deutsche Onlinedruckerei, Saxoprint, die sich Cewe 2012 schnappte, um damit einen zweiten Wachstumsmarkt zu erschließen.

Leisten können sich die Oldenburger den Ausbau ihres Geschäfts, weil Hollander dort Erfolge verbuchte, wo einst mächtige Konkurrenten wie Agfa oder Kodak spektakulär gescheitert sind — beim Druck und der Weiterbearbeitung digitaler Fotos als Fotoalben und auf verschiedenen Geschenkartikeln. Und weil der Chef sich in kritischen Situationen für die Selbstständigkeit der Firma in die Bresche warf.

Den listigen Angriff angelsächsischer Hedgefonds, die auf der Hauptversammlung 2007 versuchten, die Firma unter ihre Kontrolle zu bringen, wehrten Hollander und seine Vorstandskollegen mit Akribie in einer zwölfstündigen Hauptversammlung ab. „Wir schmeißen uns ordentlich ins Zeug, damit sich Ihre Investments gut entwickeln“, warb Hollander damals bei Aktionären.

Gut sechs Jahre später fahren die Oldenburger ordentliche Renditen ein und verfügen mit knapp 45 Prozent Eigenkapital über eine solide Bilanz. In Deutschland und Österreich gehört Cewe die Hälfte des Marktes für Fotobearbeitung, im westlichen Europa sind es mehr als 35 Prozent, im Osten der EU sogar 90 Prozent.

Digital ist einfach und bequem
Egal wo in Europa in den Urlaub gefahren wird, die meisten Foto­erinnerungen landen also bei Cewe. 2012 waren das mehr als 2,3 Milliarden Digitalfotos und noch 160 Mil­lionen Bilder auf klassischem Zelluloid. Denn im Vergleich zur herkömmlichen analogen Fotografie ist digital nicht nur beim Fotografieren einfacher und bequemer. Auch das Bestellen von Abzügen oder Foto­alben über das Internet ist kinderleicht. Die Software kann bei Drogeriemärkten oder Einzelhändlern wie Aldi oder Lidl heruntergeladen werden. Wer Porto sparen will, holt seine Werke direkt im Drogerie- oder Supermarkt ab.

Dafür haben die Oldenburger mit europaweit mehr als 34.000 Filialen ein dichtes Vertriebsnetz aufgebaut. Als Cewe Color die Fotobücher 2005 erstmals vorstellte, wurde eine halbe Million davon geordert. Inzwischen sind es mehr als 5,6 Millionen im Jahr. Um den Vertrieb anzukurbeln, greift Hollander zudem tief in die Multimediakiste. So stattet Cewe die Bücher mit QR-Strichcodes aus, die von internetfähigen Handys oder Tablets gelesen werden können. Auf dem Handy können dann passend zur Seite Filme abgespielt werden. Bewegte Bilder mit Ton können allerdings noch nicht in die Alben gezaubert werden — „Harry Potter“ bleibt vorerst Fantasie.

Wachstumsmarkt Onlinedruck
Ein starkes Geschäft mit Firmenkunden fehlt dem Konzern noch. Das passende Produkt sind keine Fotobücher, sondern Werbeprospekte. Trotz der Krise im Print­bereich ist dieser Markt relativ stabil. Die Wertschöpfung legte im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Berenberg Bank sogar zu. Es gibt also Parallelen zur Entwicklung im Fotomarkt für Privatkunden: Nach einer Flaute könnte der Aufschwung kommen.

Weil Cewes Onlinedrucksparte Viaprinto auf kleinere Bestellungen von bis zu 50 Exemplaren ausgelegt ist, erwarb Hollander die Web­druckerei Saxoprint. Noch schreibt Saxoprint wegen hoher Investitionen rote Zahlen. Das Wachstum ist jedoch vielversprechend. Im vergangenen Jahr stiegen die Umsätze der Druckerei um mehr als 30 Prozent auf 43 Millionen Euro. Experten erwarten, dass das hohe Tempo anhält. Spätestens 2015 dürfte das Geschäft profitabel sein. In fünf Jahren könnte laut Analysten hier bereits ein Viertel des operativen Gewinns entstehen. Die Aussichten, dass Chef Hollander den Sommerurlaub auch im kommenden Jahr genießen kann, stehen damit ziemlich gut. 

Investor-Info

Cewe Color
Bunte Perspektive

Die Halbjahresbilanz am 14. August dürfte der Aktie einen Schub geben, der Widerstand um 35 Euro sollte dann fallen. Wegen der Investitionen in den Onlinedruck sind beim Gewinn für 2013 zunächst nur moderate Zuwachsraten drin. Ab 2015, wenn der Onlinedruck profitabel sein soll, werden zweistellige Gewinnzuwächse erwartet. Für Anleger mit längerem Anlagehorizont. Hohe Dividendenrendite.

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