12.11.2012 10:21
Bewerten
 (2)

Fitch sorgt sich um Spanien und Italien - Länderchef

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Ratingagentur Fitch bewertet die fiskalische und konjunkturelle Zukunft Spaniens und Italiens nach wie vor skeptisch. Für das große Euro-Sorgenkind Spanien verwies David Riley, Chef für die Länderbewertung bei Fitch, gegenüber der Nachrichtenagentur Market News International (MNI) vor allem auf große haushaltspolitische Risiken. Er bezeichnete es als "schädlich" für das Land, dass Defizitziele bereits mehrfach verfehlt wurden. Hierdurch sei die Glaubwürdigkeit in den Konsolidierungskurs der Regierung beschädigt worden. Zudem sei man besorgt über den Zustand der autonomen Regionen Spaniens, wie MNI am Montag berichtet.

 

    Die an den Finanzmärkten stark diskutierte Frage, ob und wann sich Spanien unter den Euro-Rettungsschirm ESM flüchtet und damit vom Anleihekaufprogramm OMT der Europäischen Zentralbank (EZB) profitieren könnte, ist aus Sicht von Fitch zweitrangig. "Obwohl die Ankündigung des OMT den finanziellen Druck auf Spanien sichtlich verringert hat, sind es die fundamentalen Rahmenbedingungen, die zählen", sagte Riley. "In dieser Hinsicht haben wir, wie auch andere, entscheidende Bedenken."

 

    In der drittgrößten Euro-Wirtschaft Italien, für die Fitch bis Ende des Jahres einen neuen Bericht erstellen will, sieht der Länderchef Riley vor allem politische Risiken. Die im Frühjahr 2013 stattfindenden Parlamentswahlen stellten ein Risiko dar, da sie vermutlich eine neue Regierung hervorbrächten. Ob die angestoßenen Reformen dann fortgesetzt werden, gilt nicht nur bei Fitch, sondern auch unter anderen Experten als fraglich.

 

    Langfristig sieht Riley das größte Problem Italiens in dem hohen Schuldenstand. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung weist Italien derzeit nach Griechenland die zweithöchste Verschuldung im Währungsraum auf. Wegen des dementsprechend hohen Refinanzierungsbedarfs sei das Land anfällig für Ansteckungseffekte im Währungsraum, etwa aus Griechenland oder Spanien./MNI/bgf/hbr

 

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt mit deutlichem Plus -- Dow kaum bewegt -- Microsoft zeigt neues Windows -- eBay will PayPal an die Börse bringen -- Zalando: Sind Privatanleger nicht erwünscht? -- Deutsche Bank im Fokus

BaFin könnte BlackRock mit empfindlicher Strafe belegen. Air Berlin kämpft um gemeinsame Flüge mit Etihad. Johnson & Johnson will Alios Biopharma für 1,75 Milliarden US-Dollar übernehmen. EU lässt Russland-Sanktionen in Kraft. Ford-Gewinnwarnung setzt Branche unter Druck. Rocket Internet startet Essens-Lieferdienst in Berlin.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Index of Economic Freedom 2014

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

Die Fluglinien mit den zufriedensten Passagieren

mehr Top Rankings

Umfrage

Justizminister Maas will Banken verpflichten, ihre Dispozinssätze auf Ihrer Internetseite zu veröffentlichen. Was halten Sie davon?