17.01.2013 13:02
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Fitschen: "Keine Rückkehr zur Normalität in diesem Jahr"

Nach Korruptionsverdacht
Es war Jürgen Fitschens erster Auftritt in Berlin nach dem Kritikhagel im Dezember.
Dass der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank ein dickes Fell hat und sich nicht wegduckt, zeigte er schon mit seiner Körpersprache, als er mit gewohnt forschem Gang zum Redepodium ging.

   Die heftige Kritik von Politikern an seinem Anruf beim hessischen Ministerpräsidenten wegen der Großrazzia kann er nicht nachvollziehen. "Nie hätte ich eine solche Reaktion erwartet", sagte Fischen. Er habe bei seinem Anruf zum Ausdruck bringen wollen, dass die Vorwürfe gegen ihn zu Unrecht erhoben wurden. "Zu keinem Zeitpunkt hatte ich die Absicht, Macht über Recht zu stellen."

   Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen die Deutsche Bank wegen Steuerhinterziehung beim Handel mit CO2-Emissionen. Mitte Dezember hatten 500 Beamte die Räume der Bank durchsucht. Die Bilder "vermummter Polizisten mit Maschinenpistolen" vor der Zentrale hätten der Deutschen Bank schwer geschadet, sagte Fitschen.

   Gegen ihn und Finanzvorstand Stefan Krause wird ebenfalls ermittelt. Fitschen hatte die strittige Steuererklärung der Bank unterschrieben.

   Die Generalstaatsanwaltschaft versucht herauszufinden, ob Mitarbeiter der Bank wissentlich dabei geholfen haben, nie bezahlte Umsatzsteuer für CO2-Papiere vom Staat erstattet zu bekommen. Bei dem Verkauf der Papiere ins Ausland muss keine Umsatzsteuer entrichtet werden.

   Nicht nur die Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung haben die Bank Vertrauen gekostet, sondern auch eine Vielzahl von Klagen und der Vorwurf von Zins-Manipulationen durch einzelne Mitarbeiter.

   Der Vertrauensverlust in der Gesellschaft sei nicht ohne das Verschulden der Banken entstanden, "da nehmen wir uns nicht aus", sagte Fitschen. Die Deutsche Bank habe bei ihrem Umbau, zu dem auch der Kulturwandel innerhalb der Bank gehört, noch viel vor sich. "Wir sind auf einem guten Weg, aber ohne Schmerzen geht es nicht", sagte der Co-Vorstandschef, ohne konkreter zu werden.

   Schwierig sind für die Banken nach wie vor die Rahmenbedingungen wegen der Schuldenkrise. Daran wird sich in nächster Zeit laut Fitschen auch nichts ändern. "Wir werden in diesem Jahr noch keine Normalität sehen", warnte er.

   Europa müsse allerdings trotz der akuten Schuldenprobleme aufpassen, nicht den Anschluss an andere Märkte zu verlieren. Wachstum sieht Fitschen vor allem in asiatischen Ländern wie den Philippinen. Aber auch Südkorea werde von der zunehmenden Öffnung Nordkoreas profitieren, da das Land dann auf fleißige und kostengünstige Arbeitskräfte zurückgreifen könne.

   Sorgen macht Fitschen hingegen die Entwicklung in Japan nach der Wahl von Shinzo Abe. Die Rückkehr zu Nationalismus und ein Eingriff in die Freiheit der Notenbanken sei der falsche Weg, kritisierte Fitschen. Abe hat sich beides auf die Fahnen geschrieben. Mit dem Anwerfen der Geldpresse will er der lahmenden Wirtschaft wieder den ersehnten Schub geben.

   Eine Aussage zum Geschäftsverlauf der Deutschen Bank machte Fitschen nicht. Die Bank veröffentlicht am 31. Januar ihre Zahlen.

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Platz 12: HypoVereinsbank

Die Hypovereinsbank steht unter dem Verdacht, an Steuerhinterziehung mitgewirkt zu haben. So wird dem Geldhaus von den Justizbehörden vorgeworfen, den Fiskus bei Aktiengeschäften um 124 Millionen Euro betrogen und zudem wiederholt falsche Bescheinigungen über die abgeführten Kapitalertragssteuern ausgestellt zu haben. Die HVB hält dagegen, dass sie ihren Offenlegungspflichten stets ordnungsgemäß nachgekommen sei und mit den Behörden kooperiere.

Quelle: www.hypovereinsbank.de

Bildquellen: Deutsche Bank AG

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