25.11.2012 12:00
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Dividendenboom in den USA

US-Aktien schütten Sonderdividenden aus
Flucht vor der Steuer
Ausschüttungen: Aus Angst vor einem Steuerschock zahlen Unternehmen vorzeitig.
€uro am Sonntag

von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Angesichts der zum Jahreswechsel drohenden Steuer­erhöhungen auf Dividendeneinkünfte haben bereits mehr als 50 US-Unternehmen Sonderausschüttungen beschlossen. Das zeigen Daten des Finanzdienstes Bloomberg. Die Zahl der von Ende September bis Mitte November angekündigten Sonderzahlungen ist fast viermal so hoch wie im Vorjahreszeitraum, als keine Steuereffekte drohten.

Besonders spektakulär ist der Bonus bei Wynn: Der Hotelbetreiber zahlte in dieser Woche statt der regulären Quartalsdividende von 50 Cent einmalig acht Dollar je Aktie. Ebenfalls aus Steuergründen hat die Supermarktkette Walmart den Termin für die Auszahlung der Quartalsdividende vom 2. Januar auf den 27. Dezember vorgezogen.

Sollten sich Demokraten und Republikaner im US-Parlament nicht auf einen Plan zur Haushaltssanierung einigen, würden zum Jahresende umfangreiche Steuersenkungen auslaufen. Auch im Fall eines Kompromisses werden die Steuersätze auf Dividenden wohl steigen. Derzeit müssen Aktionäre 15 Prozent an den Staat abführen. Der alte Satz koppelt die Dividendensteuer an den Einkommensteuersatz — für Spitzenverdiener 39,6 Prozent.

Die plötzlichen Sonderausschüttungen sollen nicht nur den Groß­aktionären der Unternehmen entgegenkommen, sondern auch den Börsenkurs stabilisieren. Bei Investoren bestehe die Sorge, dass Dividendenaktien unter Druck geraten, berichtet die Bank of America. Sollte sich der Streit in Washington zuspitzen, könnten deshalb weitere Unternehmen vor dem Jahreswechsel als Kursstütze Sonderdividenden ausschütten.

JP Morgan erwartet, dass US-Unternehmen nach einer Steuererhöhung weniger Dividende zahlen und stattdessen verstärkt in Aktienrückkäufe investieren. Rückkäufe reduzieren die Zahl der Aktien und polieren dadurch Bewertungskennziffern wie den Gewinn je Aktie auf. Das würde zumindest in der Theorie höhere Aktienkurse rechtfertigen.

Die Deutsche Bank sieht bereits die nächste Steuerdebatte heraufziehen: Angesichts zerrütteter Staatsfinanzen sollten sich Investoren mittelfristig auch auf steigende Unternehmenssteuern gefasst machen. Das werde zu neuen Unsicherheiten an den Finanzmärkten führen.

Bildquellen: VIPDesignUSA / Shutterstock.com, Ioana Davies (Drutu) / Shutterstock.com
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