Die
Deutsche Lufthansa und der britisch-spanische Luftfahrtkonzern
International Consolidated Airlines Group (IAG) ließen ihren ursprünglichen Interessensbekundungen keine Taten folgen und verzichten auf ein Angebot für die Fluggesellschaft.
Bis zum vergangenen Freitag hätten die Angebote eingereicht werden müssen. Eine IAG-Sprecherin sagte jedoch, das Interesse für TAP habe in den vergangenen Monaten nachgelassen. IAG, zu der sowohl British Airways als auch Iberia gehören, ist vor allem mit sich selbst beschäftigt. Der spanische Zweig hat angesichts der Wirtschaftskrise in dem Land große Schwierigkeiten, so dass der Konzern im August schon einen Verlust für das laufende Geschäftsjahr angekündigt hat.
Auch die Lufthansa habe auf eine Offerte verzichtet, wie mit den Vorgängen vertraute Personen berichteten. Deutschlands größte Airline hat sich ein Sparprogramm aufgelegt, das im Jahr 2015 das operative Ergebnis um mindestens 1,5 Milliarden Euro verbessern soll.
Die portugiesische Regierung muss TAP bis zum Ende des Jahres verkaufen. Das ist eine Bedingung für die Rettungsgelder, die das Land erhalten hat. Das Timing könnte allerdings besser sein. Die großen europäischen Fluggesellschaften haben mit Problemen zu kämpfen. Auf der Kurzstrecke verdienen sie kaum Geld und auf der lukrativen Langstrecke müssen sie sich harter Konkurrenz vor allem von den staatlich geförderten Carriern aus der Golfregion stellen.
Dabei ist die TAP SGPS SA zumindest potentiell durchaus attraktiv. Sie ist nämlich Marktführer bei Flügen zwischen Europa und dem boomenden Brasilien, einer ehemaligen portugiesischen Kolonie. TAP wird mit etwa 1,2 Milliarden Euro bewertet. Das entspricht dem achtfachen des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen im vergangenen Jahr und war bei früheren Transaktionen im Luftfahrtsektor der übliche Bewertungsmaßstab.
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September 18, 2012 00:55 ET (04:55 GMT)
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