LONDON (dpa-AFX) - Der Telekomkonzern France Telecom hat nach der gescheiterten Übernahme von TeliaSonera einen Strategiewechsel eingeläutet. Das französische Unternehmen plane nun kleinere Zukäufe in schnell wachsenden Märkten, sagte Vorstandschef Didier Lombard der britischen "Financial Times" (Dienstagausgabe). Der Fokus liege dabei auf Afrika.
France Telecom ist in 13 afrikanischen Ländern präsent und hatte zuletzt seine Position mit dem Einstieg bei Telkom Kenya ausgebaut. Nachdem das Unternehmen vor allem in Ländern zugekauft habe, in denen Französisch gesprochen wird, wende sich der Konzern nun englischsprachigem Raum zu, sagte Lombard.
Mit dem Vorpreschen in Afrika tritt France Telecom verstärkt in Konkurrenz mit der südafrikanischen Telekomgruppe MTN und Vodafone . Die Briten hatten France Telecom vor zwei Monaten im Bieterrennen um Ghana Telecom ausgestochen. Den Erwerb eines Schwergewichts wie MTN oder der ägyptischen Orascom erteilte Vorstandschef Lombard eine Absage. Er begründete dies mit den hohen Preisvorstellungen.
Afrika gilt als einer der am schnellsten wachsenden Telekommärkte mit hohen Margen. Anders als in Westeuropa gibt es in einigen Regionen des Kontinents keine Festnetz-Infrastruktur, daher setzen die Telekomfirmen auf den Aufbau von Mobilfunknetzen.
France Telecom steht wie auch die Deutsche Telekom auf dem Heimatmarkt unter Druck und will daher das Auslandsgeschäft ausbauen. Mit einer Übernahme des skandinavischen Konkurrenten TeliaSonera hatte der Konzern versucht, seine Marktstellung mit einem Schlag deutlich zu verbessern. Allerdings scheiterten die Gespräche Ende Juni an unterschiedlichen Preisvorstellungen./mur/tw