25.03.2013 12:30
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Alno laboriert am Turn-around

Alno laboriert am Turn-around
Frankfurt intern

Eine der heißesten Restrukturierungsstorys und damit auch Turn-around-Spekulationen ist ja Alno. Zu Recht, wie sich vergangene Woche he­rausstellte.

€uro am Sonntag

von Joachim Spiering, Euro am Sonntag

Bei einer öffentlichen Präsentation gaben Vorstand Max Müller und Finanzchefin Ipek Demirtas ein paar neue Fakten bekannt, die es in sich haben. Neben erheblichen Investitionen in das bislang schwache Auslandsgeschäft plant der Küchenhersteller mehrere Übernahmen. Zwei sollen kurz vor dem Abschluss stehen, mit einer weiteren sei in den kommenden Monaten zu rechnen. Die Idee dahinter hat Charme. Alno wird lediglich die Markenrechte und Vertriebsmannschaften übernehmen, die Produktionsstätten aber stilllegen. Stattdessen werden die Küchen der zugekauften Unternehmen in den beiden Standorten Pfullendorf und Enger hergestellt. Dort sind nämlich noch erhebliche Kapazitäten frei. Im größten Konzernstandort in Pfullendorf liegt die Auslastung im Ein-Schicht-Betrieb gerade mal bei 70 Prozent, in Enger sind es 70 Prozent bei zwei Schichten. „Wenn wir die Auslastung hochfahren können, haben wir einen enormen Skaleneffekt“, sagt Demirtas.

Doch die geplanten Übernahmen sind nicht alles. 2009 waren 25 Millionen Euro auf Immobilien und Maschinen abgeschrieben worden. Nach einem unabhängigen Gutachten sei nun wieder mit eine Hochschreibung zu rechnen, die einen hohen einstelligen Betrag ausmachen dürfte. Ein weiterer außerordentlicher Ertrag entsteht durch den Verlustvortrag in Höhe von 200 Millionen Euro, der bereits dieses Jahr genutzt werden soll. All diese Sondereffekte sind in der Jahresplanung nicht berücksichtigt. Diese sehen 480 Millionen Euro Umsatz (nach 444 Millionen in 2012) und 20 Millionen Bruttogewinn (Ebita) vor. Tatsächlich werden die Zahlen wohl deutlich besser ausfallen. Stellt sich die Frage, wie die Übernahmen finanziert werden sollen? Denn Geld hat Alno auch nach der letztjährigen Megakapitalerhöhung über 46,2 Millionen Euro keins. Das Geld wurde zur Schuldentilgung eingesetzt.

Wie zu hören ist, plant das Management eine Mittelstandsanleihe mit einer Verzinsung von über sieben Prozent sowie eine etwas niedriger verzinste Wandel­anleihe. Der Wandelpreis soll dem Vernehmen nach bei 2,30 bis 2,50 Euro liegen. Ein Szenario, das durchaus realistisch ist.

Bildquellen: iStock, Wolfgang Kriegbaum

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