von Lars Winter, Euro am Sonntag
Als wir unseren Lesern den Nebenwert, der schon seit Langem zu unseren Favoriten gehört, kurz vor Weihnachten (Heft 51/12) abermals ans Herz legten, notierte die Aktie unter 1,80 Euro. Aktuell steht bei dem Small Cap bereits eine Drei vor dem Komma. In der Vorwoche lag die Notiz sogar schon bei über 3,50 Euro — die Empfehlung war also ein glatter Verdoppler in nur einem Monat. Für Fantasie bei Alphaform sorgt momentan der 3-D-Druck. Diese neue Lasertechnik steckt zwar noch in den Kinderschuhen, könnte sich langfristig jedoch zu einem globalen Megatrend entwickeln. Vor allem Unternehmen aus wichtigen Industriezweigen wie etwa dem Automobil- und Anlagenbau oder der Medizintechnik hilft die neue Technologie, mit der etwa Miniaturmodelle kostengünstig hergestellt werden können, bei der Optimierung von Fertigungsprozessen.
Alphaform will sich angesichts der zukunftsträchtigen Prognosen im 3-D-Bereich etablieren und brachte jüngst eine vielversprechende Kooperation mit EOS, dem führenden deutschen Unternehmen in dieser Branche, unter Dach und Fach. Auch Firmenchef Thomas Vetter ist von den Wachstumschancen seines Unternehmens überzeugt. Auf einem Investorentag von Alphaform, der jüngst in Eschenlohe stattfand und überraschend gut besucht war, erläuterte er Details zur zukünftigen Geschäftsstrategie, versuchte aber auch die Euphorie für den 3-D-Druck etwas zu bremsen. Noch sei dieser Geschäftszweig Zukunftsmusik, nachhaltige Umsatz- und Gewinnsteigerungen daraus seien erst in einigen Jahren zu erwarten. Operativ sei die Gesellschaft trotzdem im Aufwind. Die Geschäfte im Schlussquartal des Vorjahres entwickelten sich nach Plan, im Gesamtjahr 2012 wird es wohl wie erwartet Gewinne geben. Auch im laufenden Jahr soll Alphaform den Aufwärtstrend fortsetzen. Konkrete Prognosen wagte Vetter noch nicht, Umsatz und Ergebnis sollen im Jahresverlauf aber weiter zulegen. Dass die Aktie ihren Höhenflug nahtlos fortsetzen kann, ist eher unwahrscheinlich. Vorerst scheint das Kurspotenzial ausgereizt. Trotz der guten Langfristperspektiven dürfen Anleger durchaus mal an Gewinnmitnahmen denken.
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