13.12.2012 17:30
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Ariston: Das Nachsehen haben die Aktionäre

Ariston: Pleitekandidat und Selbstbedienungsladen
Frankfurt intern
Die Münchner Immobilienfirma ­Ariston kämpft ums Überleben. Üppige Gehälter und Honorare dürften hierfür mitverantwortlich gewesen sein.
€uro am Sonntag

von Joachim Spiering, Euro am Sonntag

Bis Ende des Jahres muss ein Kredit­volumen über 26,7 Millionen Euro pro­longiert werden, damit einige Immobilien­objekte nicht der Bank zufallen. Bereits auf der Hauptversammlung (HV) Ende Oktober hatte Vorstand Hans-Dieter Lorenz ­eingeräumt, die Verhandlungen gestalteten sich „schwierig“. Jetzt teilte die Gesellschaft auf Anfrage mit, dass die Gespräche an­dauern. Die Gefahr, dass für jene Tochtergesellschaften, die die Immobilienobjekte verwalten, schon bald ein Insolvenzantrag gestellt wird, wächst damit von Tag zu Tag. Zwar wäre dies noch nicht das Ende der AG, doch die Belastung wäre enorm. Schließlich würde der Mutter ein Verlust von 14,6 Millionen Euro entstehen. Für die Ariston-Anleger wäre das ein weiterer Schlag ins Kontor. Seit dem Börsengang im Jahr 2007 zu 7,50 Euro kennt der Kurs nur eine Richtung: abwärts. Anleger, die beim IPO dabei waren, verzeichnen einen Verlust von über 91 Prozent. Doch während die Aktionäre ihrem Geld nachtrauern, haben sich einige Organe der Ariston AG die Taschen voll gemacht. Aufsichtsrat Hermann Orth beispielsweise, im Hauptberuf Anwalt und Steuerberater, räumte bei der HV ein, dass er 2011 für Berater­tätigkeiten 8.000 Euro direkt erhielt, sein Büro weitere 42.000 Euro. Hinzu kommen seine Vergütungen als Vorsitzender des Aufsichtsrats, die Schätzungen zufolge rund 20.000 Euro pro Jahr betragen. Der gesamte dreiköpfige Aufsichtsrat erhielt im Vorjahr 45.000 Euro. Zum Vergleich: Die Aufsichtsräte des MDAX-Konzerns Stada mit seinen knapp 8.000 Mitarbeitern erhalten jeweils auch nur 25.000 Euro.

Noch mehr Geld hat der frühere Ariston-Vorstand Stefan Heß eingeheimst. Er erhielt 2011 für „Beratertätigkeiten“ ein Fixgehalt von 180.000 Euro und einen Bonus von 350.000 Euro — macht zusammen 530.000 Euro. Dagegen nimmt sich das Jahresgehalt von Vorstand Lorenz mit 120.000 Euro noch bescheiden aus. Allerdings hatte die Firma im vergangenen Jahr im Schnitt auch nur zwei Mitarbeiter. Kein Wunder, dass viele Anleger aufgebracht sind, zumal die verschachtelte Holdingstruktur der Ariston zu weiteren Spekulationen einlädt. Eine Sonderprüfung wurde auf der HV freilich abgelehnt — mit den Stimmen des Großaktionärs Lorenz.

Bildquellen: iStock
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