08.01.2013 09:30
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Berliner Synchron: Es läuft wieder

Berliner Synchron: Es läuft wieder
Frankfurt intern
Die Traditionsfirma Berliner Synchron kommt bei der Umsetzung des eingeleiteten Turnarounds weiter voran. Die Spannung steigt.
€uro am Sonntag

von Lars Winter, Euro am Sonntag

Nach einem Gewinn im dritten Quartal erzielte der Spezialist für die Synchronisation und Vertonung von Filmen auch im November ein positives operatives Ergebnis. Das Management von Berliner Synchron bekräftigte daraufhin die Jahresprognose. 2012 soll nach wie vor ein Jahresüberschuss in Höhe von 350.000 Euro erreicht werden. Zum Vergleich: Im Vorjahr war noch ein Verlust in ähnlicher Höhe aufgelaufen. Neu im Vorstand ist seit Anfang des Jahres Christoph Gerlinger, den wir schon vor ­einigen Monaten in €uro am Sonntag (Heft 38/12) mit den Berlinern in Verbindung gebracht hatten.

Der Gründer des Computerspieleherstellers Frogster ist nicht nur neu im Management, sondern seit Kurzem auch selbst investiert. Im Vorjahr hatte er sich mit seiner Gesellschaft German Start­ups Group mit rund vier Prozent via Kapitalerhöhung bei den Berlinern eingekauft und soll dem Vernehmen nach seinen Bestand nach und nach aufstocken. „Wir halten mittlerweile einen wesentlichen Anteil am Unternehmen, werden die Position aber weiter ausbauen“, verrät Gerlinger im Gespräch mit unserer Zeitung. Gerüchten zufolge strebt seine Gesellschaft einen Anteil von über zehn Prozent an.

Gerlinger, der sich in der Regel nur an Start-ups beteiligt, traut dem ausgebombten Small Cap mit einem Börsenwert von noch nicht einmal drei Millionen Euro noch einiges zu. Operativ sei die Firma in der Vergangenheit zwar etwas aus dem Tritt gekommen, trotzdem sehe er noch „irres Potenzial“, so Gerlinger, der den fairen Wert der Aktie mittelfristig auf drei Euro taxiert. Damit die Wende zum Guten nachhaltig gelingt, will er an einigen Stellschrauben drehen. Der neue Vorstand will seine Kontakte in die Computerspielebranche nutzen, den Vertrieb verstärken, Prozesse bei der Synchronisation optimieren und einen lukrativen Immobiliendeal einfädeln.

Aktuell verhandelt Gerlinger mit Investoren für die Liegenschaft der Gesellschaft am Hauptsitz Berlin über ein Sale-and-Lease-back-Geschäft. „Diese Transaktion würde es uns ermöglichen, mit einem Streich beinahe die gesamte Schuldenlast abzuschütteln“, sagt Gerlinger, der bereits „konkrete Gespräche“ darüber führt. Es bleibt spannend. Spekulativ kaufen.

Bildquellen: S.Borinov / Shutterstock.com, igor.stevanovic / Shutterstock.com
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