Lars Winter, €uro am Sonntag
Die Beteiligungsgesellschaft Deutsche Balaton will unbedingt die Mehrheit an dem Computerbauer erlangen und hat nun bereits ein drittes Übernahmeangebot veröffentlicht: Diesmal lautet der Preis 5,40 Euro je Aktie. Die Offerte ist gültig bis zum 8. Februar.
Ärgern dürften sich nun vor allem jene Investoren, die schon beim Angebot zu 4,50 Euro eingeschlagen hatten. Möglicherweise könnten sie aber ebenfalls noch einen Nachschlag erhalten. Wenig erfreut über das Übernahmebegehren dürfte auch Firmenchef und Großaktionär Michael Lehmann sein. Er hält wie die Beteiligungsgesellschaft Balaton über 30 Prozent der Anteile. Beobachter erwarten, dass er nun möglicherweise mit einem eigenen Angebot dagegenhalten wird. Zumal die ganze Sache einen recht persönlichen Charakter enthält. Die Deutsche Balaton hatte ihr Aktienpaket von Lehmanns früherem Geschäftspartner Peter Wicht erhalten. Wicht und Lehmann, die unter anderem den Fahrradbauer Mifa groß gemacht hatten, gelten inzwischen aber als zerstritten. Sei’s drum, dem Aktienkurs hat die Übernahmespekulation bislang jedenfalls nicht geschadet. Im Gegenteil: Seit Anfang Oktober kletterte der Kurs von 3,40 auf über 5,50 Euro.
Nicht ganz so rasant ging es bei Update Software zu. Die Aktie dümpelt seit Monaten vor sich hin, erst der Ausbruch über 2,80 Euro (aktuell 2,60 Euro) wäre als Kaufsignal zu werten. Drei Jahre soll
die Umstellung des Geschäftsmodells insgesamt dauern. Für 2011, dem Jahr Nummer 2 der Transformation zum SaaS-Anbieter (Software as a Service), war eine „schwarze Null“ angekündigt. Nach vorläufigen Zahlen haben die Wiener dieses Ziel leicht übertroffen. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 31,7 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern belief sich auf rund 100 000 Euro. Angaben zum Nettoergebnis liegen noch nicht vor.
Finanzvorstand Uwe Reumuth versicherte jedoch auf Nachfrage unserer Redaktion, dass es nicht zu einem bösen Erwachen kommen werde. Zwar gibt es auf die Nettoliquidität von 9,9 Millionen Euro nur
Mickerzinsen, dafür dürfte nach dem Vorjahresverlust von 2,7 Millionen Euro aber auch die Steuerquote moderat ausfallen.
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