11.02.2013 12:30
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Klinikbetreiber sind guter Hoffnung

Klinikbetreiber sind guter Hoffnung
Frankfurt intern
Es ist kein großes Geheimnis, dass der Staat klamm ist, vielen öffentlichen Einrichtungen geht das Geld aus. Dabei gilt: Des einen Leid, des anderen Freud.
€uro am Sonntag

von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag

Bei Krankenhäusern sind die Kosten- und Spardebatte sowie der Margendruck die größten Probleme. Dass deshalb im Kliniksektor eine Konzentration ansteht, ist unter Branchenkennern unbestritten. Tatsächlich wollte sich schon im vergangenen Sommer der DAX-Gesundheitskonzern Fresenius mit Rhön-Klinikum einen Betreiber von 53 Kliniken einverleiben. Nach einigen spannenden Monaten mit Übernahmekampf und Kursgewinnen bei der Rhön-Aktie von 50 Prozent ist der Zukauf aber gescheitert. Stattdessen will Rhön nun selbst auf Einkaufstour gehen.

Schon jetzt übernommen wird der Klinikbetreiber Curanum mitsamt 77 Pflegeheimen. Der französische Konkurrent Korian will 2,50 Euro je Aktie für den Münchner Konzern hinblättern. Während dieser Deal mit Blick auf mögliche Preisnachbesserungen allenfalls für Squeeze-out-Spekulanten noch interessant ist, erscheint der Kauf der Eifelhöhen-Klinik-Aktie allein operativ betrachtet vielversprechender. Der Betreiber von drei Rehakliniken konnte nämlich die Zahl seiner Pflegetage zwischen Januar und Oktober 2012 um 4,3 Prozent auf 167.000 steigern. Da im neurologischen Bereich vonseiten der Krankenkassen zunehmend auf Honorierung je Patient umgestellt wird, hat der Anstieg der Fallzahlen um 7,9 Prozent im selben Zeitraum möglicherweise einen wesentlich größeren Einfluss auf das Jahres­ergebnis als bisher gedacht. Spannend wird es bei dem Klinikbetreiber aus Bonn allerdings wegen seiner laufenden Erweiterung.
Dazu zählen nicht nur der Ausbau der Bettenzahl in Bonn und eine zusätzliche Orthopädie-Abteilung in der Klinik in Bad Wünnenberg, sondern vor allem die vor 15 Monaten übernommene Hardterwaldklinik in Mönchengladbach. Dort will Eifelhöhen-Klinik-Chef Markus-Michael Küthmann nicht nur eine Reha­klinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufbauen, sondern auch ein wichtiges kardiologisches Gesundheitszentrum für das Rheinland schaffen. Wie man aus gut informierten Kreisen hört, sollen bei dem via Bankkredit finanzierten Investitionsvolumen von 18 Millionen Euro schon Ende 2013 rund 100 Betten extra zur Verfügung stehen.

Branchenkenner sagen Eifelhöhen für die kommenden zwei Jahre einen kräftigen Gewinnanstieg auf über 0,60 Euro je Aktie voraus, womit der Small Cap trotz des jüngsten Kurssprungs auf über 4,40 Euro mit einem KGV von sieben noch immer attraktiv bewertet wäre. Bei einem Buchwert von gut 5,80 Euro je Aktie würde sich das Papier auch als Übernahmeziel eignen, zumal der Börsenwert von 13 Millionen Euro überschaubar ist. Wegen der geringen Marktkapitalisierung und des recht umsatzschwachen Handels eignet sich ein Engagement allerdings nur für sehr spekulative Anleger, die Käufe zudem strikt limitieren sollten.

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum
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