Lars Winter, €uro am Sonntag
Der Wirkstoff MGN1703 zur Behandlung von Darmkrebs — das am weitesten fortgeschrittene Produkt in der Pipeline der Berliner — hat die wichtigsten Studienziele der Phase II erreicht. Da die dritte und letzte Phase jedoch sehr teuer ist, wird ein Projekt in diesem Stadium meist an einen Pharmakonzern auslizenziert. Weil kleine Biotechs unter chronischem Geldmangel leiden und deshalb eine schnelle Einigung brauchen, sind sie in Verhandlungen mit Big Pharma oft in einer schlechten Position.
Das soll Mologen nicht passieren. Über die derzeit laufende Kapitalerhöhung wolle man die Voraussetzung schaffen, MGN1703 auf eigene Rechnung weiterzuentwickeln, so Firmenchef Matthias Schroff. Gleichzeitig stellt Mologen einen Vertragsabschluss zur Auslizenzierung von MGN1703 innerhalb von sechs bis zwölf Monaten in Aussicht. Gelingt dies, könnte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Monate beschleunigen.
Etwas langfristiger plant man wohl bei Dresdner Factoring. Auf der Hauptversammlung ließ sich das Unternehmen die Genehmigung, für eventuelle Übernahmen bis zu 1,4 Millionen neue Aktien auszugeben, bis 2017 verlängern. Eigentümlich, denn einige Aktionäre befürchten, die Mittel könnten bereits kurzfristig dazu verwendet werden, die Wegold-Tochter d.facto zu übernehmen, die einem Großaktionär und Aufsichtsrat nahesteht. Und d.facto soll es momentan nicht gut gehen. Dresdner Factoring wollte schon einmal dort zuschlagen und könne glücklich sein, dass der Deal damals platzte, heißt es.
Die Deutsche Forfait, die mit Exportforderungen aus Schwellenländern handelt, will 2012 nach einem Verlust im Vorjahr wieder Gewinn machen. Finanzvorstand Jochen Franke stellt uns im Gespräch ein Ergebnis von deutlich über zwei Millionen Euro in Aussicht. Ein Gutteil davon dürfte auf eingesparte Verwaltungskosten zurückgehen. Mittelfristig soll es auch durch eine stärkere Vertriebskraft und den Ausbau des Forfaitierungsvolumens in Richtung Milliardengrenze operativ wieder aufwärtsgehen. Löst die Firma ihre Bringschuld in Form von guten Zahlen ein, dürfte sich der Kurs von den Rückschlägen der Vergangenheit spürbar erholen.
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