von Lars Winter, €uro am Sonntag
Der Kurssprung ist auch der Neuausrichtung des Konzerns auf SAP-Softwarelösungen für den hiesigen Mittelstand geschuldet, von der die Firma im Konjunkturaufschwung profitierte. Im Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende September) legten die Umsätze um 14 Prozent auf über 90 Millionen Euro zu, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) machte einen kräftigen Satz um 86 Prozent auf 4,7 Millionen Euro. Die auf über fünf Prozent verbesserte Ebit-Marge (Vorjahr: 3,2) wird im laufenden Jahr allerdings nicht zu halten sein.
Der Grund: Die Übernahme des SAP-Systemhauses Steeb (geschätzt rund 40 Millionen Euro), das All for One zum 1. Dezember erwarb und größtenteils fremdfinanzierte. „Die Akquisition wird das operative Ergebnis zunächst belasten“, sagte uns Finanzchef Stefan Land bei einem Besuch in der Frankfurter Redaktion. Konkrete Zahlen nennt Land nicht, Gewinne soll es bei All for One 2012 aber auf jeden Fall noch geben.

Hier gehts zum aktuellen Heft
Sollte die Integration reibungslos gelingen, wird die Marge bereits im Jahr darauf wieder bei fünf Prozent liegen. Und das bei einer dann deutlich erhöhten Umsatzbasis von mehr als 160 Millionen Euro. 2013 dürfte All for One Steeb, wie das Unternehmen dann offiziell heißen soll, also mindestens acht Millionen Euro Gewinn einfahren, wodurch sich das KGV (2012 geschätzte 24,0) auf ein attraktives einstelliges Niveau verringern würde. Durchaus attraktiv erscheint auch die Rendite einer Anleihe, die der Münchner Gewerbeimmobilienspezialist Ariston Real Estate aktuell begibt (Zeichnungsfrist bis 16. März 2012). Der jährliche Zinskupon liegt bei üppigen 7,25 Prozent, die Laufzeit endet im März 2016.
Wie wir hören, wurden vom geplanten Emissionsvolumen von 25 Millionen Euro bislang allerdings nur wenige Millionen eingespielt. Vielleicht liegt es daran, dass Ariston weder über ein externes Rating verfügt noch die Anleihe gesondert besichert hat und jüngst vom geregelten Markt in den Freiverkehr (M:access) wechselte. Da die Firma jetzt nicht mehr den strengsten Börsenpflichten unterliegt, müssen nun natürlich auch Anleger, die den Bond zeichnen wollen, mehr Mut aufbringen.