03.09.2013 12:30
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Schnäppchenjäger, aufgepasst!

Schnäppchenjäger, aufgepasst!
Frankfurt intern
Wenn es an den Börsen so richtig rumpelt, wie vergangene Woche im Zuge des Syrien-Konflikts, ist ein Blick auf die Performance-Listen immer interessant.
€uro am Sonntag

von Joachim Spiering, Euro am Sonntag

Welche Aktien sind an den schwachen Tagen am stärksten unter die Räder gekommen? Welche konnten gegen den Trend zulegen? In diesem Fall bezieht sich die Auswertung auf die Tage Dienstag und Mittwoch, als die Märkte deutlich unter Druck waren. Die Kurse folgender zehn Werte aus DAX, MDAX, TecDAX sowie SDAX gingen an diesen beiden Tagen besonders in die Knie: Grammer (minus 9,6 Prozent), LPKF Laser (8,9), Cancom (8,7), Heidelberger Druck (8,6), Euromicron (8,0), Conti (7,9), TUI (7,4), Morphosys (7,2) sowie CTS Eventim und Xing (je minus 7,1 Prozent). Gegen den Trend zulegen konnten dagegen RWE (plus 1,3 Prozent), Telefónica Deutschland (1,1), KWS Saat (0,8), RTL Group (0,8), Eon, (0,6), MLP (0,6), Kabel Deutschland (0,6), Hamborner Reit (0,3) sowie ganz minimal Praktiker.

Die Liste zeigt das übliche Verhaltensmuster der Anleger: Wenn’s plötzlich kritisch wird, sind defensive Wert gefragt — wie die Versorger Eon und RWE oder Konzerne wie Telefónica Deutschland, deren Geschäftsmodelle als wenig konjunkturabhängig gelten. Aus den Depots gekegelt werden dagegen zyklische Werte und die Top-Performer des Jahres. Gewinne sichern, so lautet die Devise. Für spekulative Anleger sind diese Situationen ein gefundenes Fressen. Denn sobald die Märkte drehen, sind die Loser gefragt. Vergangene Woche war das nicht anders. Als sich die Syrien-Sorgen legten, stiegen die Kurse von Continental, Cancom oder LPKF um teilweise über sechs Prozent. Dennoch sind etliche Werte noch immer deutlich günstiger als noch vor einer Woche. Gute Zeiten für mutige Schnäppchenjäger.

Auf der Jagd nach eigenen Aktien sind auch einige Insider. Interessant sind die Zukäufe bei SNP Schneider-Neureither. Die Aktie des IT-Spezialisten hat einen zweieinhalbjährigen Niedergang hinter sich, noch im Juli wurde die Jahresprognose wegen schlecht laufender Geschäfte kassiert. Doch nun, bei zehn Euro, scheint sich der Wert zu fangen — und die Eigentümerfamilie greift zu. Womöglich sind die Aussichten nicht mehr ganz so schlecht — zumal SNP ganz aktuell einen Zukauf in den USA gemeldet hat.

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum, ollyy / Shutterstock.com
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