von Jens Castner, Euro am Sonntag
Teleplan, lange Zeit im Kurs stark zurückgeblieben, wird aller Voraussicht nach übernommen. Cancom, von der Kursentwicklung her das genaue Gegenteil, kauft seinerseits zu und schwebt auf Wolke sieben.
Durch die Übernahme des Geschäftsbereichs SAP-Hosting und IT-Services vom österreichischen Branchenkollegen Plaut wird die Marktposition im Zukunftsfeld Cloud Computing weiter ausgebaut. Zudem tut’s der Profitabilität gut, denn die Plaut-Tochter erwirtschaftet dem Vernehmen nach stramme Margen von fast 30 Prozent vor Steuern und Zinsen. Wie im Börsenviertel zu hören ist, soll der Zukauf nicht der letzte gewesen sein. Cancom-Chef Klaus Weinmann könnte innerhalb der nächsten drei bis vier Monate erneut zuschlagen, heißt es.

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Apropos zuschlagen: Pfeiffer Vacuum hat kürzlich in ganz großem Stil eingekauft, woraufhin der Kurs sich in Richtung der 100-Euro-Marke in Bewegung setzte. Analysten feierten den Deal als „wertsteigernd“, doch mittlerweile gießt der eine oder andere Börsianer auch ein wenig Wasser in den Wein. Die (erwartete) üppige Marge der von Pfeiffer akquirierten Alcatel-Tochter Adixen wertet der eine oder andere Banker hinter vorgehaltener Hand als Indiz dafür, dass die Braut aufgehübscht wurde. Immerhin hatte Adixen, wenn auch in der Krise, schon den einen oder anderen Geschäftsbericht mit roter Tinte schreiben müssen. Ob der Bewertungsaufschlag, den Pfeiffer Vacuum bisher im Vergleich zum Durchschnitt der TecDAX-Werte genoss, dauerhaft haltbar ist, muss die Zukunft zeigen. Die Integration von Konzernsparten in junge, dynamische Wachstumsunternehmen ist nicht immer das leichteste Unterfangen. Deshalb staunt die Investorengemeinde auch nicht schlecht über die Kursrally bei Arques. Das Unternehmen will sich bekanntlich künftig vor allem auf die ehemalige Siemens-Sparte Gigaset konzentrieren. Der DAX-Konzern und die bis vor Kurzem völlig am Boden liegende Beteiligungsgesellschaft haben sich mittlerweile über letzte Details geeinigt. Nur, so heißt es hinter vorgehaltener Hand, warum soll Arques mit einem Geschäft glücklich werden, das bei einem Weltkonzern wie Siemens nicht mehr erwünscht war?