29.03.2013 14:53
Bewerten
 (0)

Frankreich hat Defizitziel für 2012 klar verfehlt

   PARIS (AFP)--Frankreich hat im vergangenen Jahr sein Defizitziel klar verfehlt. Anstelle einer von der Regierung angestrebten Neuverschuldung von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) lag das Defizit 2012 bei 4,8 Prozent, wie das französische Statistikamt Insee am Freitag mitteilte. Finanzminister Pierre Moscovici sagte, ohne das entschiedene Handeln der Regierung hätte die Neuverschuldung sogar bei mehr als 5,5 Prozent gelegen.

   Frankreichs Gesamtschuldenstand stieg 2012 laut dem Statistikamt auf den Rekordwert von 1,834 Billionen Euro. Das entspricht 90,2 Prozent des BIP. Vorgesehen war eine Gesamtverschuldung von 89,9 Prozent. 2011 hatte die Verschuldung noch bei 85,8 Prozent gelegen.

   Dass das Defizit für 2012 deutlich höher ausfällt als bislang angenommen liegt unter anderem an der im Dezember erfolgten Rekapitalisierung der Krisenbank Dexia. Die Staatsausgaben stiegen zudem stärker an als geplant. Zu Buche schlägt auch, dass die Angaben zum Defizit im Jahr 2011 nach oben korrigiert wurden, von bislang 5,2 Prozent auf 5,3 Prozent des BIP.

   Finanzminister Moscovici versicherte im Sender RTL, die Regierung habe ein noch deutlich höheres Defizit verhindern können. "Wenn es nicht die Korrekturmaßnahmen gegeben hätte, die wir im Sommer beschlossen haben, wäre das Defizit angesichts eines Nullwachstums 2012 auf mehr als 5,5 Prozent angestiegen." Frankreich habe bedeutende Anstrengungen unternommen, um das "strukturelle Defizit" zu senken - also das von der Konjunktur unabhängige Defizit.

   Moscovicis Ministerium verwies auf eine im Sommer beschlossene Steuerreform, die sieben Milliarden Euro "mobilisiert" habe. Bei den Sozialkassen sei fast eine Milliarde Euro mehr gespart worden.

   Die französische Regierung hatte erst kürzlich eingestehen müssen, auch für dieses Jahr das Defizitziel von drei Prozent nicht einhalten zu können. Staatschef François Hollande bestätigte vor rund zwei Wochen erstmals eine Prognose der EU-Kommission, wonach die Neuverschuldung angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums wahrscheinlich bei 3,7 Prozent liegen wird.

   In der Europäischen Union gilt eigentlich die Maßgabe, dass das Defizit nicht mehr als 3,0 Prozent des BIP betragen darf. Für die Gesamtverschuldung gilt theoretisch eine Obergrenze von 60 Prozent des BIP. Frankreich will nun 2014 die EU-Obergrenze für das Defizit einhalten.

   DJG/sha

   (END) Dow Jones Newswires

   March 29, 2013 09:22 ET (13:22 GMT)- - 09 22 AM EDT 03-29-13

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX startet fester -- Daimler stellt höhere Dividende in Aussicht -- adidas mit Rekordumsatz in Deutschland -- Telekom will T-Online wohl an Axel Springer verkaufen

Zalando kommt in den SDAX. Deutsche-Bank-Spitze: Bedenken an EZB-Plänen. Deutsche Großbanken setzen verstärkt auf Privatkundengeschäft. EZB-Vizepräsident: Durch Ölpreis-Verfall droht Teufelskreis. Siemens wohl ab 2016 wieder auf Wachstumskurs. Google sucht Partner in Autobranche für seinen selbstfahrenden Wagen.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?