PARIS (dpa-AFX) - Nur wenige Wochen nach einem entsprechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hat Frankreich ein Verbot für Genmais aufgehoben. Der EuGH hatte Anfang September befunden, dass Paris erst "ein erhebliches Risiko" für Mensch, Tier oder Umwelt beweisen müsse, um den in der EU grundsätzlich als Futtermittel erlaubten Genmais MON 810 des US-Konzerns
Monsanto im eigenen Land aus dem Verkehr zu ziehen. Der Staatsrat - das höchste französische Verwaltungsgericht - annullierte am Montag das Verbot.
Frankreich hatte 2007 auf eigene Faust die Verwendung des Saatguts ausgesetzt und 2008 den Anbau ganz verboten. Agrarminister Bruno Le Maire kündigte nach dem Urteil Widerstand an. Die Regierung werde mit Blick auf bestehende Unsicherheiten rund um das Saatgut jede Möglichkeit prüfen, um den betreffenden Genmais nicht in Frankreich anzubauen.
Monsanto hatte zusammen mit anderen Saatgutherstellern Klage gegen das Verbot in Frankreich erhoben. Zu klären galt, ob Paris dieses hätte erlassen dürfen. Daraufhin bat das französische Gericht die höchsten EU-Richter in Luxemburg um Hilfe bei der Auslegung der europäischen Rechtsvorschriften. Die Entscheidung, ob das Verbot zulässig sei, mussten aber französische Gerichte fällen./rek/DP/he