14.11.2012 20:39

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Französischer Premier fordert von Deutschland mehr Verständnis - Interview


   Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault hat vor seinem Antrittsbesuch in Deutschland mangelnde Rücksichtnahme für die Probleme seines Landes beklagt. "Wir müssen noch mehr miteinander sprechen. Im Moment reicht das Verständnis vielleicht nicht aus", sagte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ).

   "Unsere deutschen Freunde sollten eines verstehen: Unser Gesellschaftsmodell basiert auf der sozialen Gerechtigkeit." Ayrault wird zum Auftakt des SZ-Führungstreffens Wirtschaft am Donnerstagmorgen in Berlin eine Grundsatzrede über "Deutschland und Frankreich im neuen Europa" halten.

   Allein deutsche Inflationsängste dürften den Kurs in Europa nicht bestimmen. "Wenn wir in Europa vorankommen wollen, müssen wir unsere jeweiligen Probleme besser kennen, um gemeinsam Lösungen zu finden." In Deutschland gebe es in Bezug auf die Euro-Krise ein "Übermaß an Beunruhigung".

   Deutschland dürfe nicht nur eine Inflation fürchten, sondern auch eine Deflation. Deswegen müsse das Wachstum unterstützt werden und die Lage in Europa beruhigt werden. Sein Land habe die Bundesregierung in der Frage nach einem Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone umgestimmt. Ayrault sprach von einem "Sinneswandel". "Es liegt im Interesse aller Europäer, mehr Solidarität zu zeigen." Andernfalls drohe ein Domino-Effekt.

   Vorbild sei Deutschland für Frankreich bei der Sozialpartnerschaft. Seine Regierung wolle ähnliche Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern schaffen, wie sie in Deutschland bestehen. Ayrault kündigte zudem eine Rentenreform an, die die steigende Lebenserwartung berücksichtigt.

   DJG/chg

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   November 14, 2012 13:40 ET (18:40 GMT)

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Kommentare zu diesem Artikel

Koboldo schrieb:
15.11.2012 07:19:22

Die Franzosen driften in das selbe Problem wie Griechenland. Es ist schon jetzt erkennbar, dass das frz. Steuerrecht genauso marode ist, und dafür soll man Verständnis aufbringen? Diese ständigen Tricksereien und das Verschließen der Augen vor ökonomischen Regeln werden den Karren an die Wand fahren

belfegore schrieb:
14.11.2012 22:44:33

die Griechen sagen, !wir brauchen 2Jahre mehr!,Schäuble sagt nein, die deutschen im Volk sagen nein.Franzosen sagen, D muss ja sagen, sonst unsere Banken gehen pleite. Und dieses Geschehen, ist der erste Buchstabe eines Romans.Inflation,Deflation her oder hin.

reini54 schrieb:
14.11.2012 20:25:44

So ein Dummschwätzer. Der will doch auch nur das Geld der Deutschen. Es ist in Deutschland auch nicht nur die Angst vor Inflation, sondern davor, daß andere Länder unser Geld verbraten. Und mit mehr Solidarität mein der Mensch ohnehin nur eine Einbahnstraße!!

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