WASHINGTON (dpa-AFX) - Der unter staatlicher Kontrolle stehende große US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac benötigt weitere 30 bis 35 Milliarden US-Dollar (23 bis 27 Mrd Euro) an Staatshilfen. Wie das Unternehmen am Freitag (Ortszeit) der US-Börsenaufsicht SEC mitteilte, ergebe sich ein solcher Fehlbetrag nach vorläufigen Berechnungen aus operativen Verlusten im letzten Quartal 2008. Bereits im November hatte der Immobilienfinanzierer vom Staat 13,8 Milliarden
Dollar erhalten, um einen 25,3 Milliarden-Dollar-Verlust im dritten Quartal auszugleichen.
Auf die beiden Hypothekengiganten Freddie Mac und Fannie Mae , bei denen im Zuge der Finanzkrise der Staat das Steuer übernommen hat, entfallen etwa die Hälfte der Immobilienkredite in den USA. Um einen völligen Kollaps des Hypothekenmarkts zu verhindern, waren die in extreme Schräglage geratenen Institute im September unter staatliche Kontrolle gestellt worden.
MEHR HILFSGELDER IM GESPRÄCH
Angesichts der andauernden Finanzkrise schließt die neue US-Regierung unter Präsident Barack Obama eine Aufstockung der Hilfen für die krisengeschüttelte Bankenbranche nicht aus, berichtete die "Washington Post" am Samstag. "Führende Finanzexperten und Parlamentarier schätzen, dass mehrere Hundert Milliarden Dollar zusätzlich benötigt werden", schreibt das Blatt. Das bisher 700 Milliarden Dollar (539 Milliarden Euro) schwere Paket, das der Kongress im Oktober verabschiedet hatte, könnte sich auf über eine Billion Dollar ausweiten.
Bereits zuvor gab es Berichte über eine "zweite Phase" der Rettungsbemühungen. Dazu zähle Medienberichten zufolge etwa auch die Option zur Einrichtung einer staatlichen "Bad Bank" (schlechten Bank) zum Aufkauf fauler Kreditpapiere, die derzeit noch die Bilanzen der Banken und damit das Finanzsystem schwer belasten. Die Hälfte des 700 Milliarden Dollar Pakets hatte die bisherige Regierung bereits eingesetzt. Kurz vor dem Amtsantritt Obamas hatte der Kongress das restliche Geld freigegeben.
STRENGERE MARKT-REGULIERUNG
Wie die "New York Times" am Sonntag berichtete, will Obama auch rasch eine strengere Regulierung der Finanzmärkte durchsetzen. Hedgefonds, Rating-Agenturen und Hypothekenmakler sollen demnach strengeren Regeln unterliegen. Zudem sei eine größere Kontrolle der komplexen Finanzinstrumente geplant, die zur gegenwärtigen Wirtschaftskrise geführt haben. Einige dieser Vorhaben bedürften Gesetze, andere könnten durch Verordnungen umgesetzt werden. Die Veränderungen des Regelwerks stellten einen wichtigen Teil eines größeren Pakets dar, das die Regierung Obamas zur Bekämpfung der Krise vorbereite. Eine andere Komponente dieses Pakets werde eine Strategie zur Wiederherstellung des angeschlagenen Bankensektors umfassen, schrieb die "New York Times"./pm/gp/DP/stw