30.12.2012 12:12
Bewerten
 (0)

Führende deutsche Notenbanker sehen noch kein Ende der Eurokrise

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Führende deutsche Notenbanker sehen noch längst kein Ende der Euro-Schuldenkrise. "Die Krise scheint sich im Augenblick etwas beruhigt zu haben. Es gibt Fortschritte bei den Reformen", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Aber die Ursachen sind noch lange nicht alle beseitigt."

 

    Auch EZB-Direktor Jörg Asmussen warnt, die Probleme seien noch nicht überwunden. "Die Anpassungsprozesse, die Beseitigung der Struktur- und Wettbewerbsprobleme werden noch Jahre dauern", sagte Asmussen den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag). Der Reformeifer in der Eurozone dürfe deshalb nicht nachlassen.

 

    Weidmann sagte, wenn sich nun Krisenmüdigkeit ausbereite, könne das zur Gefahr werden. "Nämlich dann, wenn die Politik mit der Krise nichts mehr zu tun haben will und erwartet, dass die Notenbank die Kastanien aus dem Feuer holt."

 

    Weidmann kritisierte erneut die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls unbegrenzt Anleihen der Krisenstaaten zu kaufen. Er befürchte "stabilitätspolitische Risiken und die Gefahr einer Vermischung von Geld- und Finanzpolitik", sagte Weidmann. "Das Eurosystem sollte nicht umfassend staatliche Solvenzrisiken vergemeinschaften und sich in die Nähe zur monetären Staatsfinanzierung begeben."

 

    Asmussen verteidigte die Rolle der EZB. "Wir haben sie übernommen, weil andere Institutionen nicht handlungsfähig waren", sagte er den "Stuttgarter Nachrichten". Er räumte aber ein: "Wir müssen in der EZB in der Tat aufpassen, dass wir unser Mandat nicht überdehnen. Das ist in Krisenzeiten manchmal erforderlich. Wenn wir uns normalen Zeiten nähern, müssen wir zurück aus diesem Krisenmodus."

 

    Weidmann verwies darauf, dass Sparer durch die Politik der EZB zur Eurorettung belastet würden, weil die Zinsen für Sparguthaben niedriger seien als die Inflationsrate: "Negative Realzinsen sind Folgen der expansiven Geldpolitik in der Krise, die der Sparer unmittelbar spürt."

 

    "Die Verstrickung mit der Finanzpolitik macht es schwerer, uns auf unsere eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren", sagte Weidmann. Die Inflationsrisiken nehmen seiner Ansicht nach zwar kurzfristig eher ab. Aber: "Wenn jetzt wieder darüber diskutiert wird, ob man nicht ein bisschen mehr Inflation zulassen sollte, halte ich das für brandgefährlich."/sba/DP/zb

 

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt über 11.100-Punkte-Marke -- Dow schließt fester -- EZB verlängert milliardenschwere Anleihenkäufe -- Chinesische Investoren an Einstieg bei Deutscher Bank interessiert -- AIXTRON im Fokus

Harsche Kritik von Ökonomen zum verlängerten EZB-Anleihenkaufprogramm. Darum will Snapchat doch schneller an die Börse als gedacht. thyssenkrupp wurde Ziel von massivem Hacker-Angriff. KKR will bei Konsumforscher GfK einsteigen.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Jetzt durchklicken
Wo leben die meisten Milliardäre?
Jetzt durchklicken
Die glücklichsten Länder der Welt
Jetzt durchklicken
Von diesen Schnellrestaurants sind die Deutschen begeistert
Jetzt durchklicken
So wurden Steuergelder verschwendet
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?