G-20: EU und USA planen engere Zusammenarbeit
LOS CABOS--Die Europäische Union und die USA wollen in der Krise enger zusammenrücken. Um Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzaufbau auf beiden Seiten des Atlantiks anzukurbeln, wollen sie ein umfassendes Handelsabkommen prüfen. "Es muss mehr getan werden, um unsere Verbindungen enger und breiter zu gestalten", heißt es in einem gemeinsamen Statement, das das Weiße Haus, EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman van Rompuy zum Ende des Gipfeltreffens der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Mexiko veröffentlichten.
In der gegenwärtigen Krise sei eine entschlossene Initiative zum Ausbau von Handel und Investitionen wichtig. Die von den Staats- und Regierungschefs der G-20 eingerichtete hochrangig besetzte Arbeitsgruppe für Wachstum und Beschäftigung soll im Laufe dieses Jahres entsprechende Empfehlungen vorlegen, die von den Staats- und Regierungschefs dann beraten werden sollen. EU-Handelskommissar Karel de Gucht votierte dafür, bereits Anfang 2013 mit den USA Verhandlungen über ein umfassendes Handels- und Investitionsabkommen aufzunehmen. Damit solle eine möglichst vollständige Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter und landwirtschaftliche Produkte erreicht werden. Der Handelsbeauftragte der USA, Ron Kirk, der zusammen mit de Gucht die Arbeitsgruppe leitet, dämpfte aber zu optimistische Erwartungen. Man müsse realistisch bleiben, was in relativ kurzer Zeit erreicht werden könne.
Zum Abschluss des G-20-Gipfels sagten Barroso und Van Rompuy unisono, dass bei der Zusammenkunft die Anstrengungen der Europäer zur Lösung der Staatsschuldenkrise anerkannt worden seien. Die Bemühungen zum Aufbau einer engeren wirtschaftlichen und fiskalischen Verbindung im Euroraum würden unterstützt. Die Partner hätten erkannt, dass ein starkes Europa wichtig für die globale Stabilität sei.
Der mexikanische Finanzminister Jose Antonio Meade teilte diese Einschätzung. Er betonte, dass die G-20 nach diesem Treffen eine stärkere und besser integrierte Eurozone erwarten. Dies sei ein wichtiger Schritt, um die extreme Risikoaversion zu vermeiden, die die Weltwirtschaft belaste. "Wir verlassen das Gipfeltreffen mit einem Fahrplan, der zu mehr Europa führen wird", sagte Meade. Ein extremes Szenario, wie ein Zusammenbruch des Euro, sei nun wesentlich weniger wahrscheinlich als noch vor dem Gipfel. Damit habe sich auch das systemische Risiko für die Welt verringert.
Die zur G-20 gehörenden EU-Länder, auch Deutschland, hätten Bereitschaft gezeigt, die europäischen Institutionen zu stärken und ein besseres System zu entwickeln, um Risiken gemeinsam zu tragen, ergänzte der mexikanische Finanzminister.
Allerdings gab es bei dem Treffen noch keine konkreten Ergebnisse zu mehr fiskalischer Integration oder zeitliche Vorgaben. Ende nächster Woche werden die europäischen Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen erneut über den Fahrplan zu mehr Integration im Finanzbereich, etwa die gemeinschaftliche Besicherung von Bankeinlagen, beraten.
Kontakt zur Autorin: Gisela.Simon@dowjones.com
(Frances Robinson, Tom Barkley, Juan Montes haben zu dem Bericht beigetragen.)
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June 20, 2012 03:17 ET (07:17 GMT)
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