FRANKFURT (Dow Jones)--Das staatliche britische Gesundheitssystem wird das Darmkrebsmittel "Erbitux" der Darmstädter Merck KGaA als Zweitlinientherapie nicht erstatten. Das britische National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) empfahl am Freitag, die Kostenerstattung durch den staatlichen Gesundheitsträger abzulehnen. Das Preis-Leistungsverhältnis stimme nicht, hieß es zur Begründung. Im September hatte das Institut bereits eine vorläufige diesbezügliche Empfehlung für Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs abgegeben.
NICE sprach sich am Freitag ebenfalls gegen die Kostenübernahme einer Darmkrebstherapie mit dem Krebsmittel Avastin der schweizerischen Roche Holding AG oder mit Vectibix vom US-Pharmakonzern Amgen aus.
In Großbritannien sind die Empfehlungen des Instituts Vorraussetzung für die Kostenübernahme durch den National Health Service.
Erbitux wird aber in Großbritannien weiterhin in der Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs, die bestimmte Kriterien erfüllen, in Kombination mit einer Chemotherapie erstattet. Diese Empfehlung hatte die im Dax notierte Merck KGaA von NICE bereits Mitte 2009 bekommen.
Die Erstlinientherapie ist die erste Therapie, die nach der Diagnosestellung bei einem Patienten eingeleitet wird. Wenn diese nicht anschlägt oder nicht vertragen wird folgt die Zweitlinientherapie.
-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires;
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