GARCHING (dpa-AFX) - Mit neuen Technologie-Partnerschaften will der US-Mischkonzern General Electric (GE) <GE.NYS> <GEC.ETR> sein Engagement in Europa ausbauen. Zum fünfjährigen Bestehen des europäischen Forschungszentrums in Garching bei München unterzeichneten die Energie- und Medizintechnik- sowie die Forschungssparte des Unternehmens am Freitag entsprechende Vereinbarungen. Rund 100 Millionen Euro flossen seit Eröffnung im Jahr 2004 an dem Standort in Forschung und Entwicklung. Dabei arbeite das Zentrum an einigen der größten Herausforderungen für die Menschheit wie Gesundheitsvorsorge und erneuerbare Energien, sagte GE-Chef Jeffrey Immelt. "Die grünen Technologien sind eine der Schlüsselindustrien in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts."
Die Entscheidung für Garching als Standort des GE-Forschungszentrums im Stammland des Rivalen Siemens <SIE.ETR> hatte seinerzeit für Aufsehen gesorgt. Der deutsche Elektrokonzern erhofft sich von den milliardenschweren staatlichen Konjunkturprogrammen weltweit einen Schub für sein Geschäft mit umweltfreundlichen Produkten und Technologien. Der Umsatz des Umweltportfolios von zuletzt rund 19 Milliarden Euro soll bis 2011 auf 25 Milliarden Euro klettern. GE machte mit solchen Technologien zuletzt rund 17 Milliarden US-Dollar Umsatz und will im kommenden Jahr bereits auf Erlöse von 25 Milliarden Dollar kommen.
In Forschung und Entwicklung investiert der US-Konzern jährlich rund sechs Milliarden Dollar, diese Summe solle gerade im schwierigen konjunkturellen Umfeld noch gesteigert werden, sagte Immelt. "Die Leute sind es leid, über die Krise zu sprechen. Wichtig ist, eine gute Zukunft für die Mitarbeiter und Kunden zu schaffen."
Schwerpunkte des europäischen Forschungszentrums des US-Konzerns sind neben der Energieeffizienz auch Bildgebungsverfahren für die medizinische Diagnostik und die Herstellung von Verbundwerkstoffen. Der Standort hat rund 150 Mitarbeiter, ist aber für 200 Beschäftigte ausgelegt und soll mittelfristig auch diese Größe erreichen. Insgesamt hat GE in Deutschland rund 7.000 Mitarbeiter, weltweit sind es mehr als 300.000.
Mit den Asklepios Kliniken vereinbarte das Unternehmen am Freitag ein Projekt zur umweltbewussten Gestaltung von Krankenhäusern. Bei der zweiten Partnerschaft mit einem slowenischen Energieunternehmen geht es um die Nutzung von Abwärme in einem Biogas-Kraftwerk. Außerdem will GE mit der Technischen Universität München die Forschung und Entwicklung bei Kohlefaserverbundstoffen vorantreiben./cs/DP/zb