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27.07.2011 12:46

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GESAMT-ROUNDUP: ArcelorMittal und Nippon Steel werden zuversichtlicher

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    LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal blickt nach einem starken zweiten Quartal zuversichtlich auf den weiteren Jahresverlauf. Anders als 2010 rechnet der Konzern nicht mit einem heftigen Nachfrage- und Preiseinbruch. Dass der Gewinn im laufenden Quartal etwas sinken soll, habe die üblichen saisonalen Gründe, erklärte Finanzvorstand Aditya Mittal am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Der gestiegene Optimismus drückt sich unter anderem in steigenden Investitionen aus. Auch der größte japanische Stahlkocher Nippon Steel äußerte sich trotz starken Yen und Erdbebenfolgen zuversichtlich.

 

    ArcelorMittal setzte im zweiten Quartal dank höherer Nachfrage und steigender Preise seinen Aufwärtstrend fort. Die Auslastung der Werke stieg im Vergleich zum Vorquartal um drei Prozentpunkte auf 78 Prozent. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp ein Viertel auf 25,1 Milliarden US-Dollar (17,4 Mrd Euro). Der operative Gewinn (EBITDA) legte um 21,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. An der Börse gehörten die ArcelorMittal-Aktien am Vormittag zu den wenigen Gewinnern.

 

ROHSTOFFSPARTE WIRD WICHTIGER

 

    Unter dem Strich verdiente der Konzern gut 1,5 Milliarden Dollar. Das waren rund 10 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damals hatten Aufwertungen von Hedging-Geschäften, mit denen sich der Konzern vor schwankenden Rohstoffpreisen schützt, zu besonders hohen Sondererträgen geführt. Zudem fiel nun der Ergebnisbeitrag der an die Börse gebrachten Edelstahlsparte weg. Auch die Finanzierungskosten stiegen, da ArcelorMittal angesichts der guten Auftragslage seine Vorräte stärker auffüllte. Dies ließ die Verschuldung im vergangenen Quartal um 2,4 Milliarden auf 25 Milliarden Dollar wachsen.

 

    Zu einem immer wichtigeren Ertragspfeiler entwickelt sich bei ArcelorMittal die Rohstoffsparte, die 835 Millionen Dollar zum EBITDA beisteuerte. Dabei profitiert der Konzern von den anhaltend hohen Preisen für Eisenerz und Kohle. ArcelorMittal baut seit einiger Zeit eine eigene Rohstoff-Förderung auf, um sich so gegen steigende Kosten abzusichern. So will das Unternehmen zusammen mit dem US-Bergbauunternehmen Peabody (Peabody Energy) den australischen Kohleförderer Macarthur (Merck) übernehmen.

 

SAISONALER RÜCKGANG ERWARTET

 

    Im dritten Quartal rechnet ArcelorMittal angesichts der Sommerferien mit einem Rückgang des EBITDA auf 2,4 Milliarden bis 2,8 Milliarden Dollar. Die Werksauslastung dürfte auf 75 Prozent sinken. Einen Einbruch wie im vergangenen Jahr, als der Konzern zum Jahresende in die roten Zahlen rutschte, hält Finanzchef Mittal für ausgeschlossen. Voraussetzung sei aber, dass die Schuldenkrise in den USA gelöst werde.

 

    Der weltgrößte Stahlkocher hatte sich langsamer von den Einbrüchen der Wirtschaftskrise erholt als Konkurrenten wie ThyssenKrupp(ThyssenKrupp) oder Voestalpine (VOGT electronic) . Dies lag an der größeren Abhängigkeit von der weiterhin schwächelnden Baubranche und den sich nur langsam erholenden Märkten in Nordamerika sowie Süd- und Osteuropa. Den ersten Gewinn seit neun verlustreichen Quartalen hatte vor zwei Tagen bereits United States Steel gemeldet.

 

NIPPON STEEL ERWARTET GEWINNZUWACHS

 

    Konkurrent Nippon Steel rechnet im bis Ende März 2012 laufenden Geschäftsjahr mit einem leichten Gewinnzuwachs im fortlaufenden Geschäft auf 230 Milliarden Yen (2 Mrd Euro). Die Wirtschaft in Japan erhole sich überraschend schnell von den Folgen der Naturkatastrophe, teilte das Unternehmen in Tokio mit.

 

    In seinem ersten Geschäftsquartal von April bis Juni bekam Nippon Steel die Folgen der Katastrophe aber noch deutlich zu spüren. Der operative Gewinn brach um ein Viertel auf 38,6 Milliarden Yen ein, der Umsatz legte hingegen dank hoher Preise um 1,5 Prozent auf 986 Milliarden Yen zu. Unter dem Strich verdiente Nippon Steel sogar mit 29 Milliarden Yen 8,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, weil der Konzern weniger Steuern zahlen musste. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Aktie legte um 1,1 Prozent zu.

 

    Der größte deutsche Stahlhersteller ThyssenKrupp legt seine Quartalsbilanz am 12. August vor, die Nummer zwei Salzgitter(Salzgitter) ist einen Tag früher an der Reihe./enl/stw/kja

 

    --- Von Erik Nebel, dpa-AFX ---

 

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