03.12.2012 16:13
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GESAMT-ROUNDUP: Griechischer Schuldenrückkauf startet - Finanzminister tagen

    ATHEN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Wieder einmal beginnt das große Zittern in Athen: Griechenland hat am Montag das Angebot für seinen geplanten Schuldenrückkauf vorgelegt - der Erfolg der Aktion gilt als ungewiss. Private Investoren, die Staatspapiere mit langen Laufzeiten halten, können diese jetzt loswerden - allerdings zu einem Bruchteil des ursprünglichen Werts. Geboten werden je nach Anleihe 30,2 bis 40,1 Prozent des Nennwerts, teilte die zuständige staatliche Behörde PDMA mit. Die Offerte endet am Freitagnachmittag (7.12.). Griechenland will für bis zu zehn Milliarden Euro Papiere zurückkaufen, um damit seine Schulden um ein Vielfaches dieser Summe zu verringern. Die Mittel dafür kommen von den internationalen Geldgebern.

 

    Das Angebot ist ein wichtiger Bestandteil eines von den Euro-Ländern beschlossenen Milliarden-Pakets an Maßnahmen, um Griechenland in den kommenden Jahren zusätzlich finanziell zu unterstützen. Der Erfolg des Rückkaufs ist entscheidend dafür, dass dieses Hilfspaket auch tatsächlich umgesetzt werden kann.

 

    Die Euro-Finanzminister, die am Nachmittag erneut in Brüssel zu einem Treffen zusammenkommen wollten, erwarteten von ihrem griechischen Amtskollegen Ioannis Stournaras Informationen über die Details des Angebots. "Wir werden am Freitag wissen, wie das Ganze gelaufen ist. Hier herrscht Spannung", sagte ein Mitarbeiter des Athener Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa nach der Veröffentlichung. Die Kurse von griechischen Anleihen reagierten mit massiven Gewinnen auf die Offerte.

 

    Griechenland würde sich nach Schätzungen von Experten im besten Fall einer Schuldenlast von bis zu 30 Milliarden Euro entledigen. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Milliarden Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern im Ausland. Es gilt als sicher, dass die griechischen Finanzinstitute, die rund 15 Milliarden Euro halten, an dem Rückkaufprogramm teilnehmen werden. In Athen wird jedoch befürchtet, dass ausländische Privatanleger wie Hedgefonds in Erwartung höherer Gewinne das Angebot nicht annehmen werden.

 

    Wegen der harten Sparmaßnahmen und geringen Investitionen rechnet die griechische Notenbank Bank Of Greece mit einem weiteren Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr zwischen 4 und 4,5 Prozent. Seit Ausbruch der Krise sei das Bruttoinlandsprodukt um gut 20 Prozent gefallen. Die Lage sei ähnlich dramatisch wie nach der Weltwirtschaftskrise 1929, heißt es in einem Bericht der Notenbank, der dem griechischen Parlament vorgelegt wurde.

 

    Neben Griechenland standen bei den Euro-Finanzministern noch die Sorgenkinder Spanien und Zypern auf der Tagesordnung. Am Dienstag sollten im größeren Kreis der EU-Kollegen zudem Beschlüsse zur geplanten europäischen Bankenaufsicht gefällt werden. Das geht aus einer am Montag verteilten aktualisierten Tagesordnung für das Treffen hervor.

 

    Die Zeit drängt, weil laut einem Beschluss der EU-Staats- und Regierungschefs die rechtliche Basis bis zum 1. Januar gelegt werden soll. Zuletzt gab es aber noch mehrere offene Punkte - zum Beispiel, ob neben internationalen Großbanken etwa auch die deutschen Sparkassen und Volksbanken zentral kontrolliert werden sollen.

 

    Spanien beantragte am Montag bei der Europäischen Union offiziell Hilfskredite in Höhe von 39,5 Milliarden Euro für die Sanierung maroder Banken. Wie das Madrider Wirtschaftsministerium mitteilte, sollen davon rund 37 Milliarden Euro für die vier verstaatlichten Geldhäuser BFA-Bankia, Catalunya Banc, NCG Banco und Banco de Valencia bestimmt sein. 2,5 Milliarden Euro sollen an die geplante "Bad Bank" gehen, die die faulen Immobilienkredite der spanischen Geldinstitute abwickeln soll. Die EU-Kommission hatte in der vorigen Woche den Sanierungsplan der spanischen Regierung für die Geldhäuser gebilligt. Die Mittel sollen vom neuen Euro-Rettungsschirm ESM kommen.

 

    Die Euro-Finanzminister wollten auch über das geplante Hilfsprogramm von etwa 17,5 Milliarden Euro für den Inselstaat Zypern beraten. Mit endgültigen Beschlüssen ist aber nicht zu rechen, da ein wichtiges Gutachten zur Lage des angeschlagenen Bankensektors noch fehlt./mi/DP/hbr

 

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