16.12.2012 11:04
Bewerten
(0)

GESAMT-ROUNDUP: Strengere US-Regeln für Auslandsbanken - 'Basel III' kommt voran

    NEW YORK/BASEL (dpa-AFX) - Mehr als vier Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman kommen die Finanzmarktreformen in kleinen Schritten weiter voran. Die US-Notenbank Fed will mit strengeren Kapitalvorschriften für ausländische Banken ernstmachen, wie die Zentralbank am Freitagabend in New York mitteilte. Und die global geltenden neuen und strengeren Eigenkapitalregeln für Banken ("Basel III") sollen - trotz der Verzögerungen unter anderem in den USA - bis Ende 2013 in allen wichtigen Ländern startklar sein. Dies berichtete Schwedens Notenbankchef Stefan Ingves in seiner Rolle als Vorsitzender des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht ebenfalls am Freitagabend.

 

    Die neuen US-Regeln sollen für gut zwei Dutzend Institute mit einer weltweiten Bilanzsumme von jeweils mehr als 50 Milliarden US-Dollar (38,2 Mrd Euro) gelten. Diese müssten sich dann auch in den USA Stresstests für den Fall einer schweren Wirtschaftskrise unterziehen. Die Regeln könnten im Juli 2015 in Kraft treten. Das Direktorium der Fed stimmte am Freitagabend dafür, 90 Tage lang Stellungnahmen zu ihrem Plan einzuholen. Fed-Chef Ben Bernanke sprach von einem "weiteren bedeutenden Schritt", um die Risiken einzudämmen, die große, vernetzte Finanzinstitutionen für die Finanzstabilität bedeuten.

 

DEUTSCHE BANK ZEIGT SICH OPTIMISTISCH

 

    Die schärferen Regeln würden voraussichtlich zufolge auch die Deutsche Bank und die britische Bank Barclays treffen. Deren US-Töchter dürften künftig weniger leicht Kapital an ihre Mutterkonzerne in Deutschland und Großbritannien abgeben und müssten mehr leicht verkäufliche Vermögenswerte in den USA halten.

 

    Die Deutsche Bank hatte sich am Donnerstag optimistisch gezeigt, die erwarteten Kapitalanforderungen für ihre US-Töchter zu erfüllen. "Wir sind zuversichtlich, mögliche Lücken beim Kapital von betroffenen Sparten auffüllen zu können", hatte Deutsche-Bank-Finanzvorstand Stefan Krause bei einer Analystenkonferenz gesagt. Entscheidend sei, ob und welche der amerikanischen Töchter oder Einheiten, die bisher noch nicht unter der strengen Aufsicht der US-Notenbank Fed stehen, künftig stärker reguliert werden.

 

BIZ: BASEL-III-WIRD KOMMEN

 

    Derweil wird das geplante Startdatum 1. Januar 2013 für "Basel III" zwar nicht in allen Ländern gehalten. Der Basler Ausschuss erwartet jedoch, dass die Nachzügler sämtliche weiteren Schritte zeitgerecht in Kraft setzen. "Bis Ende 2013 würden somit beinahe alle Mitglieder des Basler Ausschusses Basel III entsprechenden dem vereinbarten Zeitplan umsetzen", sagte Ingves laut Mitteilung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Der Notenbanker sprach von einem "absolut zentralen Schritt zur Stärkung der Widerstandskraft des weltweiten Bankensystems".

 

    Nach den "Basel-III"-Regeln, die schrittweise von 2013 bis 2019 eingeführt werden sollen, müssen Banken ihre Kreditgeschäfte mit mehr eigenem Kapital von besserer Qualität absichern. Vermieden werden soll damit, dass abermals Steuerzahler mit Milliarden einspringen müssen, wenn eine Bank wie in der Finanzkrise 2007/08 ins Wanken gerät. Die Top-Wirtschaftsmächte (G20), also auch die USA, hatten sich Ende 2010 verpflichtet, "Basel III" ab 2013 anzuwenden. Die Vorgängerrichtlinien "Basel I" und "Basel II" waren in den USA allerdings nicht oder nur in Teilen umgesetzt worden.

 

    Zuletzt hatten Stimmen aus den USA Zweifel genährt, ob es die Amerikaner mit dem wichtigen Projekt ernst nehmen. So hatte der Vizechef der dortigen Bankenaufsicht, Thomas Hoenig, gesagt: "Wir sollten Basel III in seiner aktuellen Form aufgeben." Die Bundesbank hatte daraufhin gewarnt, jeder Versuch einer Verwässerung werde "zu neuen Spannungen an den Finanzmärkten" führen. Der Name "Basel III" leitet sich vom Sitz der BIZ, einer Art Zentralbank der Zentralbanken, und dem bei der BIZ angesiedelten Ausschuss für Bankenaufsicht ab.

 

    In der Mitteilung vom Freitag heißt es, bislang hätten elf Mitglieder des Ausschusses endgültige Regelungen herausgegeben, die am 1. Januar 2013 in Kraft träten. Sieben weitere, darunter die Vereinigten Staaten und die Europäische Union hätten Entwürfe veröffentlicht und "angegeben, dass sie daran arbeiten, so bald wie möglich endgültige Regelungen herauszugeben". Wann die Verhandlungen in der EU über ein Gesetzespaket zu "Basel III" abgeschlossen werden, ist noch offen.

 

DZ-BANK-CHEF: VERSTECKTE FORM DES WIRTSCHAFTSKRIEGS

 

    DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch hatte den transatlantische Zwist über Basel III Anfang Dezember in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" als eine "versteckte Form des Wirtschaftskriegs" eingestuft. "Die Amerikaner handeln sehr pragmatisch - manche würden sagen, egoistisch - während wir Europäer einem theoretischen Idealbild nacheifern", sagte der Chef des Spitzeninstituts der deutschen Genossenschaftsbanken. Er warnte vor negativen Folgen für den europäischen Bankensektor, sollten die USA bei den neuen Vorschriften ("Basel III") nicht mitziehen.

 

    Amerikanische Institute hätten bereits einen höheren Börsenwert als hiesige Banken. "Wenn jetzt noch weitere regulatorische Nachteile dazukommen, wird sich die Schere weiter öffnen." In den USA gibt es starke Widerstände gegen die Regeln, zu deren Einführung sich die wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) Ende 2010 verpflichtet hatten. "Ich würde eine Wette eingehen, dass die Amerikaner Basel III gar nicht einführen", sagte er. US-Präsident Barack Obama wolle in erster Linie die Wirtschaftsentwicklung stützen und brauche dazu die Banken. "Diesen Zusammenhang beachten europäische Politiker viel zu wenig."/stw/kf/hossku/zb

 

Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Open End Turbo auf Deutsche BankNG157A

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant
    9
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
06.04.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
05.04.2017Commerzbank buyKepler Cheuvreux
30.03.2017Commerzbank HoldHSBC
28.03.2017Commerzbank NeutralCitigroup Corp.
06.03.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
05.04.2017Commerzbank buyKepler Cheuvreux
04.01.2017Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
30.12.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
29.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
16.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
06.04.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
30.03.2017Commerzbank HoldHSBC
28.03.2017Commerzbank NeutralCitigroup Corp.
06.03.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
15.02.2017Commerzbank Sector PerformRobert W. Baird & Co. Incorporated
27.02.2017Commerzbank UnderweightBarclays Capital
10.02.2017Commerzbank Strong SellS&P Capital IQ
09.02.2017Commerzbank VerkaufenDZ BANK
09.02.2017Commerzbank VerkaufenIndependent Research GmbH
09.02.2017Commerzbank SellUBS AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt mit sattem Gewinn -- Dow Jones endet im Plus -- Alcoa überzeugt beim Gewinn je Aktie -- Sartorius mit Zuwächsen -- RWE-Tochter innogy verspricht Gewinnwachstum -- Commerzbank im Fokus

Telekom-Tochter T-Mobile erneut mit starkem Wachstum. adidas verliert den Ball - Bundesliga spielt künftig mit Derbystar. Experten: Eigene Ladesäulen werden Tesla auf Dauer nicht genügen. Auch Amazon bereitet sich auf autonomes Fahren vor. SLM Solutions-Aktie im Plus: SLM lotet nach geplatztem GE-Deal wohl erneut Verkauf aus.

Top-Rankings

EU-Vergleich der Arbeitskosten 2016
So viel kostet eine Stunde Arbeit in Europa
KW 16: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Investmentbanken mit den höchsten Einnahmen
Diese Geldhäuser wissen, wie man Geld verdient

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Tops und Flops
So entwickelten sich die Rohstoffe im 1. Quartal 2017
Tops und Flops
So performten die DAX-Unternehmen im ersten Quartal 2017
Viel Geld bei wenig Stress
Diese relaxten Berufe werden gut bezahlt
Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
Das machen Ex-Spitzensportler nach ihrer Karriere
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
CommerzbankCBK100
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Allianz840400
Siemens AG723610
BASFBASF11
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
BMW AG519000
E.ON SEENAG99
Nordex AGA0D655
EVOTEC AG566480
BayerBAY001
Lufthansa AG823212