BURBANK (dpa-AFX) - Die Unterhaltungsindustrie läuft auf Volldampf. Bei
Walt Disney strömen die Menschen in die Freizeitparks oder buchen eine Kreuzfahrt, beim Rivalen
Time Warner schalten sie den Fernseher ein oder gehen ins Kino. Beide Medienkonzerne wuchsen im vergangenen Quartal, wenngleich einzelne Sparten Probleme machten.
So fehlten bei Walt Disney die Blockbuster des Vorjahreszeitraums. Auch die Videospiele verloren Fans und die Einnahmen aus der Fernsehwerbung gingen teils zurück. Bei Time Warner wiederum schrumpfte das Zeitschriftengeschäft leicht, wie der US-Konzern am Mittwoch mitteilte. Time Warner verlegt unter anderem das legendäre "Time Magazine", den Wirtschaftstitel "Fortune" und das Klatschblatt "People".
Insgesamt konnte Time Warner den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber um 5 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar (6,2 Mrd Euro) heraufschrauben. Angesichts gleichzeitig gestiegener Kosten stagnierte der Gewinn indes bei unterm Strich 773 Millionen Dollar.
Disney wiederum konnte die Kosten senken. Und obwohl der Umsatz von Oktober bis Dezember um magere 1 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar zulegte, verbesserte sich der Gewinn um 12 Prozent auf unterm Strich 1,5 Milliarden Dollar. "Wir hatten einen guten Start ins neue Geschäftsjahr", erklärte Konzernchef Robert Iger.
Disney betreibt Freizeitparks und Hotelanlagen in den USA, Asien und auch Europa. Der Ableger Disneyland nahe Paris ist seit langem der Problemfall in der eigentlich boomenden Sparte. Zwar seien mehr Gäste gekommen, gleichzeitig seien jedoch die Lohnkosten gestiegen, was letztlich zu einem geringeren Gewinn geführt habe, erläuterte der Konzern.
Sehr beliebt war bei den Gästen auch das Reisen per Kreuzfahrtschiff. Der Berichtszeitraum lag jedoch vor dem tragischen Unglück der "Costa Concordia", die am 13. Januar vor der italienischen Küste auf Grund lief. Menschen starben dabei, seitdem gingen die Buchungszahlen branchenweit zurück. Disney betreibt momentan drei Luxusliner. Das vierte Schiff - die "Disney Fantasy" - wird ab März im Einsatz sein. Sie stammt von der Meyer Werft in Papenburg.
Freizeitparks und Kreuzfahrten sind für Disney das zweite wichtige Standbein nach dem Fernsehgeschäft. Zur Nummer eins der Unterhaltungsbranche gehören die Sender ABC und ESPN sowie die Disney-Familienprogramme. Zu den Filmstudios zählen der Animationsspezialist Pixar und die für seine Comicverfilmungen bekannte Marvel.
Von Time Warners Studio Warner Bros. stammen Kassenschlager wie "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes". Der Konzern besitzt den Unterhaltungssender TNT , das Nachrichten-Flaggschiff CNN sowie die in den USA sehr beliebten Spielfilm- und Serienkanäle des Bezahlsenders HBO. Konzernchef Jeff Bewkes versicherte in New York, auch weiter kräftig in das Programm und die Produktion neuer Streifen investieren zu wollen./das/DP/fn