12.08.2012 15:56
Bewerten
(5)

Gabriel übt scharfe Kritik an Merkels Kurs zur Euro-Rettung

   BERLIN--SPD-Chef Sigmar Gabriel hat scharfe Kritik am Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Lösung der Schuldenkrise geübt. "Was fehlt, ist eine Krisenlösungsstrategie, und ich glaube, dass wir da nur zwei Alternativen haben", sagte Gabriel am Nachmittag im ZDF-Sommerinterview. Merkel habe immer nur Krisenmanagement betrieben.

   Wie bereits zuvor sprach sich Gabriel für eine Vergemeinschaftung von Schulden in Europa aus, wofür es aber harte Auflagen geben müsse. "Wir müssen eine gemeinsame Haushaltskontrolle haben in Europa", forderte Gabriel und verlangte eine parlamentarische Kontrolle. Wolle man dies nicht, müsse man "zurück zu einer kleineren Währungsunion", die er nicht wolle. "Aber das ist die eigentliche Alternative."

   Gabriel sah Europa "längst in einer heimlichen Schuldenunion" und in der "Euro-Anarchie". Die Kanzlerin sei aber nicht bereit, dies öffentlich zuzugeben. Der SPD-Vorsitzende forderte auch gemeinsame Mindestsätze für Körperschaftsteuer und Mehrwertsteuer in der Eurozone. Erneut verlangte er, den Finanzsektor stärker zur Rechenschaft zu ziehen. "Die Menschen sind doch nicht bereit, weiter zuzusehen, dass die, die an der Krise verdienen, nicht zur Verantwortung gezogen werden."

   Mit dem Interview positioniert sich der machtbewusste SPD-Chef, der eigentlich in der selbst auferlegten Babypause weilt, erneut gegen Merkel. Erst zu Anfang der abgelaufenen Woche hatte Gabriel mit dem Vorschlag einer gemeinschaftlichen Schuldenhaftung in Europa für Furore gesorgt.

   Mit dem Plan, den drei namhafte deutsche Professoren für das sozialdemokratische Wahlprogramm ausgearbeitet haben, begab sich der SPD-Vorsitzende in offenen Widerspruch zu Merkels Kurs und brachte nach einem Thesenpapier zur Reform des Bankensektors und der Forderung einer Reichensteuer einen weiteren Vorschlag, der voll ins Herz seiner Partei trifft. Gabriel will eine gemeinschaftliche Haftung für die Schulden aller Euro-Staaten bei einer gleichzeitig strengen gemeinsamen Budgetkontrolle. Um die Pläne zu verwirklichen, soll aber ein Verfassungskonvent eine Grundgesetzänderung ausarbeiten, über die in einer Volksabstimmung entschieden werden soll.

   Kontakt zum Autor: andreas.kissler@dowjones.com

   DJG/ank/mif

   -0-

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

   August 12, 2012 09:25 ET (13:25 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 25 AM EDT 08-12-12

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Jungheinrich - Professioneller Hochstapler!

Intralogistik-Lösungen sind gefragt wie nie. Denn mit moderner Logistik-Infrastruktur lassen sich nicht nur erhebliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen realisieren, sondern sie bildet die perfekte Ergänzung für "Industrie 4.0". Warum Jungheinrich eine der interessantesten Storys in diesem Segment bietet lesen Sie im aktuellen Anlagermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- US-Börsen schließen kaum verändert -- Trump kritisiert scharf deutschen Handelsbilanzüberschuss -- AIXTRON, GM, Manz, OPEC im Fokus

Chinesen genehmigen E-Auto-Projekt von VW. US-Wirtschaft startet besser ins Jahr als bisher gedacht. Bosch gerät wegen Daimler-Ermittlungen ins Visier der Justiz. Anleger greifen bei XING auf Rekordniveau weiter zu. Teslas Model 3 beschleunigt langsamer als BMW 300i.

Top-Rankings

KW 21: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett aktuell im Depot
Die Top-Positionen von Warren Buffett (März 2017)
Bestbezahlte Praktikantenstellen
Welches Unternehmen bietet am meisten?
Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Das verdienen die Chefs der Notenbanken
Wie hoch sind ihre Gehälter?
Aktion Frühjahrsputz: Die unsinnigsten Subventionen der Bundesregierung
So werden Steuergelder verschwendet
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Bitcoin bleibt auf Rekordkurs und stieg erstmals über 2.000 US-Dollar. Haben Sie auch schon mal Geschäfte mit der Digitalwährung gemacht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
BMW AG519000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
Coca-Cola Co.850663
adidas AGA1EWWW
CommerzbankCBK100
Amazon.com Inc.906866
Siemens AG723610