MOSKAU (Dow Jones)--Der russische Erdgasförderer Gazprom entschärft den lang andauernden Streit mit einigen seiner europäischen Großabnehmer. Wegen der "Marktbedingungen" werde der Preis für einige Gasimporteure in Europa verringert, kündigte der russische Konzern an. Wie hoch die Rabatte für die Gasversorger ausfallen, blieb dabei allerdings offen.
Die Gasimporteure Europas drängen seit geraumer Zeit auf Änderungen der Gasbezugspreise, die Gazprom an den Ölpreis gekoppelt hat. Am Spot-Markt liegt der Gaspreis inzwischen deutlich niedriger, so dass die Versorger bei Gazprom mehr bezahlen müssen als am Spot-Markt.
Gazprom liefert etwa ein Viertel des Gasbedarfs Europas. Preiszugeständnisse erhält in Deutschland nun der zum BASF-Konzern gehörende Gasimporteur Wingas. In Frankreich profitiert GDF Suez von der neuen Regelung und in Österreich Econgas. Weitere Unternehmen in anderen Ländern umfasst die Einigung ebenfalls.
Ein Wingas-Sprecher bestätigte, neue Import-Konditionen mit Gazprom geschlossen zu haben. Gazprom nannte die Höhe der gewährten Rabatte nicht, ein Informant sprach im Falle des italienischen Gasimporteurs Sinergie Italiane von "großen" Zugeständnissen, die zudem rückwirkend ab 1. Januar gelten sollen.
Gültig sollen die Rabatte für zwei bis drei Jahre sein. Allerdings hat Gazprom das Recht, bei Änderung der Marktbedingungen jederzeit neu in Verhandlungen einzusteigen, wie ein Informant sagte.
Gazprom hatte schon einmal im Jahr 2010 das Zugeständnis gemacht, sich bei 15% des Exportvolumens an den Spotmarktpreisen zu orientieren. Seitdem gab es jedoch keine weiteren Rabatte mehr. Unter anderem die E.ON AG und die RWE AG hatten deshalb sogar Schiedsgerichtsverfahren gegen Gazprom angestrengt.
-Von Jacob Gronholt-Pedersen,
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January 17, 2012 12:36 ET (17:36 GMT)
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