LONDON (dpa-AFX) - Der russische Gaskonzern Gazprom (
Gazprom (Spons ADRs)) (
Gazprom (Spons ADRs)) kommt in der Auseinandersetzung um seine Preise den Importeuren in Europa etwas entgegen. Das Unternehmen habe seine Preise um zehn Prozent gesenkt, zitierte die "Financial Times" (Freitag) Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew. Die Russen ließen sich aber weiterhin nicht darauf ein, die Koppelung an den
Ölpreis aufzubrechen und die Entwicklung an den Spotmärkten stärker in die Preisgestaltung bei Langfrist-Verträgen einfließen zu lassen. Darauf dringen etwa die deutschen Gasimporteure
RWE und Eon Ruhrgas.
"Unsere Partner haben uns gebeten, die Preise zu überprüfen", sagte Medwedew nun laut Zeitung. "Wir haben daraufhin die Parameter unserer Formeln geändert, was zu einer Preissenkung von zehn Prozent führte." Als Teilnehmer der Verhandlungen nannte er den französischen Energiekonzern GDF Suez , das slowakische Gasunternehmen SPP, Botas aus der Türkei sowie die deutsche Wingas. An dieser hält Gazprom selbst knapp 50 Prozent der Anteile, der Rest gehört der BASF-Tochter (BASF) Wintershall. Ob RWE und Eon auch bei den Verhandlungen dabei waren und nun den Preisnachlass bekommen, ging aus dem Bericht nicht hervor.
Durch den Gasüberfluss auf den Märkten wegen neu erschlossener Gasquellen sowie eines größeren Angebots von Flüssiggas (LNG) stehen die Preise an den Spotmärkten seit einiger Zeit unter Druck und haben sich von der Entwicklung an den Ölmärkten weitgehend entkoppelt. Auf die gesunkenen Preise können Importeure wie Eon bislang aber kaum reagieren, weil sie an langfristige Lieferverträge gebunden sind. Die Folge ist, dass Eon in der Gassparte mit einem hohen Verlust für das vergangene Jahr rechnet. Eon hat inzwischen ein Schiedsverfahren angestrengt./enl/stw/tw