DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der russische Staatskonzern Gazprom (
Gazprom (Spons ADRs)) will nach der Komplettübernahme von Wingas das Geschäft des Gashändlers auf einen Großteil von Europa ausdehnen. "Deutschland ist unser wichtigster Markt in Europa. An zweiter Stelle steht die Türkei, aber natürlich wollen wir auch in den meisten europäischen Staaten eine wichtige Rolle spielen", sagte der stellvertretende Gaszprom-Chef Alexander Medwedjew dem "Handelsblatt" (Dienstag) in einem Interview. Darüber hinaus wollen die Russen ihr Angebot breiter aufstellen, Gazprom biete neben Gas auch
Öl und Strom an, erklärte Medwedjew.
Der russische Gasmonopolist will den 50-Prozent-Anteil der BASF an Wingas übernehmen. Der Zukauf soll bis Ende kommenden Jahres vollzogen sein. Im Gegenzug soll der weltgrößte Chemiekonzern von Gazprom weitere Anteile an zwei Gasfeldern in Westsibirien erhalten.
Bei den Verhandlungen über die Konditionen für den Gasbezug von RWE zeigte sich der Gazprom-Manager "zuversichtlich". Gespräche mit RWE-Chef Peter Terium und einer Gruppe von Managern des Essener Konzerns würden derzeit geführt. Beide Seiten verhandeln über die Kopplung der Gaspreise. Diese sind im Fall von RWE noch an den hohen Ölpreis gebunden, während der Gaspreis an den Spotmärkten deutlich darunter liegt. RWE-Konkurrent Eon hatte sich bereits Anfang Juli über die Lockerung dieser Vereinbarung geeinigt und daraufhin seine Gewinnprognose um etwa eine Milliarde Euro angehoben./jke/mne/stk