10.01.2017 17:02
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Goldman Sachs-Chefvolkswirt warnt: Drei Risiken könnten die Weltwirtschaft 2017 ins Straucheln bringen

Gefahrenpotenzial: Goldman Sachs-Chefvolkswirt warnt: Drei Risiken könnten die Weltwirtschaft 2017 ins Straucheln bringen | Nachricht | finanzen.net
Gefahrenpotenzial
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Momentan stehen die Zeichen für die globale Wirtschaft auf Grün, aber das könnte sich im Laufe des neuen Jahres ändern.
Zum Start ins neue Jahr herrscht weltweit Optimismus: Die US-Wirtschaft ist zuletzt stärker gewachsen als erwartet und auch in Deutschland dürfte das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2016 laut Meinung von Commerzbank-Experten stärker ausgefallen sein als zuvor. In der Eurozone ist die Wirtschaftsstimmung im Dezember auf den höchsten Stand seit 2011 gestiegen und auch an der Börse haben MDAX, SDAX und NASDAQ zum Jahresstart neue Rekordstände erreicht, während DAX und Dow Jones noch etwas Anlauf für den Sprung über wichtige Kursmarken nehmen.

Alles sieht momentan also rosig aus. Das könnte sich aber schnell wieder ändern. Denn es gibt einige bedeutende Risiken, die die globale Wirtschaft 2017 in den Abgrund reißen könnten. Vor ihnen warnt Jan Hatzius, Chefvolkswirt der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs. Er sprach am Montag bei einer Konferenz in London über mögliche Risiken für das weltweite Wirtschaftswachstum und machte laut "MarketWatch" dabei drei Faktoren aus, die dem Optimismus bald ein Ende setzen könnten.

Erstes Risiko: Mehr Protektionismus in den USA

Vor allem im zweiten Halbjahr 2016 haben Börsen und Wirtschaft weltweit kräftig angezogen. Dazu beigetragen hat auch der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November. Von Trump wird als Präsident allgemein erwartet, dass er Steuern senken und Regulierungen abbauen wird, was der Wirtschaft zugutekommen würde.

Hatzius warnt jedoch davor, dass Trumps Politik auch in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen könnte. Denn schon vor seinem Amtsantritt hat Trump immer wieder mit Aussagen für Aufregung gesorgt, die darauf schließen lassen, dass er den freien Handel einschränken könnte. Autobauern hat er bereits mit hohen Strafzöllen gedroht, wenn sie Autos für den US-Markt in Mexiko produzieren. Ford hat seine Pläne für ein neues Werk im US-Nachbarland daher gestoppt und auch Toyota erwägt nun, besser ein paar Milliarden Dollar in den USA zu investieren.

Sollte Trumps Regierung tatsächlich ernst machen und eine Wende hin zu mehr Protektionismus einleiten, dürfte das ein Schock für die globale Wirtschaft sein, so Hatzius. Er glaube zwar nicht, dass Trump die Mehrheit seiner Vorstöße gegen den freien Handel auch tatsächlich umsetzen werde, Goldman Sachs habe aber trotzdem ein wachsames Auge auf entsprechende Tendenzen.

Zweites Risiko: Europa

Auch wenn sich die Situation in Europa deutlich verbessert hätte, gäbe es noch immer einige sehr bedeutende Probleme, so der Chefvolkswirt. Explizit nannte er den Arbeitsmarkt in den südeuropäischen Ländern. In Spanien ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit 2016 zwar so stark zurückgegangen wie noch nie zuvor, dennoch dürfte die Arbeitslosenquote in etwa bei 20 Prozent liegen. In Italien sind rund zwölf Prozent der Menschen ohne Job. Das Risiko einer neuen Krise in diesen Ländern ist also noch nicht völlig gebannt.

Nicht explizit erwähnt Hatzius den Aufstieg populistischer Parteien in verschiedenen europäischen Ländern, doch auch die dürften eine Rolle spielen, wenn er ganz allgemein die "europäische Politik" als großes Risiko nennt. In Italien, Frankreich und Deutschland stehen 2017 wichtige Wahlen an. Sollten die rechtspopulistischen Parteien dabei die Oberhand gewinnen, dürfte das Europa in politischer und wirtschaftlicher Sicht erheblich destabilisieren.

Drittes Risiko: Der chinesische Schuldenberg

Die letzte Gefahr für die Weltwirtschaft lauert laut dem Goldman Sachs-Experten in Fernost: Die Schulden chinesischer Unternehmen würden sehr viel schneller wachsen als das BIP des Landes, was das Asien-Team der Investmentbank sehr genau beobachten würde, so Hatzius.

Laut Informationen von "Fortune" ist die Kreditvergabe in China zwischen 2009 und 2015 im Schnitt pro Jahr um 20 Prozent gewachsen, der Schuldenberg betrage insgesamt mittlerweile rund 169 Prozent des BIP. Mit der aktuellen Schwäche der chinesischen Wirtschaft sehen Experten daher die Gefahr, dass die Unternehmen ihre Kredite nicht länger bezahlen können und in finanzielle Schieflage geraten. Eine Wirtschaftskrise in China wäre eine mögliche Folge - und könnte auch der globalen Wirtschaft einen empfindlichen Dämpfer verpassen.



Redaktion finanzen.net

Bildquellen: ollyy / Shutterstock.com, Vacclav / Shutterstock.com

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