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17.11.2008 08:49

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KOLUMNE

Geldanlage-Report-Kolumne: Welche Aktien in der Krise steigen!? - Die drei Branchentrends 2008


Lieber Geldanleger, ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich in der OnVista Market-Map nach den stärksten Branchen in 2008 gesucht habe - und die Kraftfahrzeugbranche als Primus ausgespuckt wurde. Kann nicht sein? Kann es doch!

Lesen Sie, was dahintersteckt und welches die echten Gewinner in 2008 sind.

Der Dreh an der Geschichte: VW ist durch den extremen Anstieg derart hoch kapitalisiert, dass sie - nach Marktkapitalisierung gerechnet - den ganzen Sektor nach oben zieht.

Nochmals zur Auffrischung: Marktkapitalisierung = Zahl der ausstehenden Aktien mal Preis der Aktie. Wenn sich VW mit einer Marktkapitalisierung von 30 Milliarden Euro vervierfacht, dann steigt die Börsenbewertung der Aktie um 90 Milliarden Euro. Selbst wenn sich dann andere Branchenvertreter - wie beispielsweise Leoni - vierteln, kostet das die Branche weniger Marktkapitalisierung als alleine VW hinzugewonnen hat.

Letztlich sind das aber Spielereien, die Ihnen als Anleger nicht weiterhelfen. Fakt ist: Ohne VW gehören Daimler, MAN und Co. zu den schwächsten Aktien 2008. Welches sind aber tatsächlich die Stars der letzten 52 Wochen?

Streng genommen gibt es gar keine, denn nicht eine einzige Branche (auch keine Unterbranche) konnte in 2008 zulegen - von den 0,5 Prozent bei Kraftfahrzeugen (siehe oben) mal abgesehen.

*Handel, Biotech und Gesundheit halten sich am Besten

Relativ am Besten schneiden die Branchen Handel, Pharma und Biotech ab.

Der Handel profitiert dabei besonders von der Stärke der nach Marktkapitalisierung dominanten Wal*Mart. 175 Milliarden Euro bzw. 205 Milliarden US-Dollar bringt der Einzelhandelsriese aktuell auf die Börsenwaage. Den einst führenden Mischkonzern General Electric, der mit seiner Finanzsparte massive Probleme hat, hat Wal*Mart damit schon überholt. Größer sind aktuell nur noch der Ölgigant Exxon Mobil und Microsoft.

Das gescheiterte Deutschlandabenteuer wirkte sich dabei kaum negativ auf das operative Geschäft aus. 21,5 Prozent hat die Aktie in Euro gerechnet innerhalb des letzten Jahres zugelegt. Erst diesen Donnerstag meldete CEO Lee Scott wieder Zahlen, die die Erwartungen der Analysten erfüllen konnten. Scott zeigte sich hocherfreut.

Das Motto bei Wal*Mart passt zur aktuellen Krisenstimmung bei den Konsumenten: "Save Money, Live Better" (Sparen Sie Geld, leben Sie besser). Interessant ist dabei, dass es dem Unternehmen aus Bentonville, Arkansas, gelungen ist, vor allem aus höheren Einkommensschichten neue Käufer zu gewinnen. Klar, auch diese müssen den Gürtel momentan enger schnallen.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte sowohl der Umsatz als auch der Gewinn deutlich gesteigert werden: Beeindruckende 98,6 Milliarden US-Dollar hat Wal*Mart im dritten Quartal umgesetzt, immerhin sieben Prozent mehr als in der gleichen Periode im Vorjahr. "Speziell im aktuell schwierigen Umfeld kommt Wal*Mart das großartige Warenwirtschafts- und Kostenmanagement zugute", zeigt sich beispielsweise Walter Todd, der für Greenwood Capital ca. 750 Millionen US-Dollar verwaltet und in Wal*Mart stark investiert ist, begeistert.

Hinzu kommt, die zunehmend an Bedeutung gewinnende Expansion in Wachstumsregionen wie beispielsweise Südamerika. Negativ schlägt sich der wieder erstarkte US-Dollar nieder, der Umsatz- und Gewinnwachstum in Europa belastet.



Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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