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Intel Aktie [WKN: 855681 / ISIN: US4581401001]

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07.06.2009 09:00

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Geldmaschine der Chipbranche (EuramS)


In der IT-Industrie bleibt auch die zweite Jahreshälfte schwierig, glaubt Stacy Smith, Finanzchef des Chipriesen Intel. Dennoch will er Milliarden investieren.

von Klaus Schachinger

Gern reist Intel-Finanzchef Stacy Smith nicht in Finanzmetropolen: "New York ist wie London. Die Stimmung ist düster. Ich bin jedes Mal erleichtert, wenn ich ins Silicon Valley zurückkehre. Die Menschen dort sind optimistisch geblieben. Sie haben ihre Begeisterung für Innovation und neue Märkte nicht eingebüßt."

Dabei schwimmt Smith in Geld. Mit mehr als zwölf Milliarden Dollar Cash-Reserve und prog­nostizierten zehn Milliarden Dollar aus dem operativen Geschäft für 2009 steht Intel blendend da. Die Dividende wird trotz der Rekord­kartellstrafe der EU von 1,5 Milliarden Dollar und der teureren Einführung der neuen Chipfertigungsgeneration nicht gekürzt. "Darüber wurde zu keinem Zeitpunkt diskutiert", sagt Smith. Am Donnerstag kaufte Intel den Softwarespezialisten Wind River Systens für 884 Millionen Dollar Cash und stärkt sein Mobilgerätegeschäft. Dennoch sollen nach dem Abbau von 25 000 Stellen und der Kappung von vier Milliarden Dollar Kosten im laufenden Jahr weitere 700 Millionen Dollar gespart werden. Der größte Chipproduzent der Welt sieht noch kein Licht am Konjunkturhorizont.

€uro am Sonntag: Dell und HP warnen, Cisco ist optimistisch. Wie sieht Intel die IT-Industrie?
Stacy Smith: Weltweit läuft das Geschäft mit Unternehmenskunden deutlich schwächer als die Umsätze mit Privatanwendern. Während eines Abschwungs müssen IT-Chefs als Erstes die Ausgaben drosseln, bis klar ist, wie es im Markt weitergeht. Ich erwarte deshalb nicht, dass sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte zum Besseren wendet, nicht bevor wir verlässliche Zeichen für wirtschaftliches Wachstum sehen. In den entwickelten Märkten werden jene Regionen, die früh in die Rezession gerutscht sind, als Erste anspringen. Amerika drei bis vier Monate früher als Westeuropa.

€uro am Sonntag: Und in den Schwellenländern?
Smith: Da kommt vor allem China gut voran. Wir spüren das deutlich. Die Programme zu Förderung der Nachfrage sind dort schnell angelaufen, das Geld fließt, die positiven Effekte sind viel schneller eingetreten als in den USA oder Westeuropa. China wird einer der Wachstumstreiber bleiben, auch wenn es allgemein wieder aufwärtsgeht.

€uro am Sonntag: Vor Kurzem hat Intel Capital vier Prozent am niederländischen Chipmaschinenbauer ASM International gekauft. Wird Intel eingreifen, wenn weitere Zulieferer in die Bredouille kommen?
Smith: Das ist möglich. Eine intakte Zuliefer-Infrastruktur hat für uns hohen strategischen Wert. Zudem lohnten sich ähnliche Investments immer auch als Finanzinvestments.

€uro am Sonntag: Wird der Start von Microsofts Betriebssystem Windows 7 Ende Oktober die Umsätze im Firmenkundengeschäft beleben?
Smith: Ich hoffe, dass Windows 7 die Begeisterung weckt, die notwendig ist, um in den Firmen den Ersatz alter Rechner wieder in Gang zu bringen. Doch selbst dann wird dieser Effekt nicht stärker sein als die Wahrnehmung, dass wir uns in einem sehr starken wirtschaftlichen Abschwung befinden. Die Wende zum Besseren in der Nachfrage wird Windows 7 allein sicher nicht bringen.

€uro am Sonntag: Sind Kompromisse beim Ausbau der neuen 32-­Nanometer-Fertigungstechnologie, wo sieben Milliarden Dollar in zwei Jahren investiert werden, eine Option, um Cash-Reserven zu schonen?
Smith: Auf keinen Fall. Die 32-­Nanometer-Fertigung ist unsere wichtigste Investition. Wir werden den Ausbau unabhängig von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung vorantreiben. Die Technologie ist die Voraussetzung für den Start unserer Produkte in neuen Märkten wie Unterhaltungs­elektronik oder Handys. Der Erfolg dieser Produkte führt uns aus dem Abschwung.

€uro am Sonntag: Intel versucht, wieder im Handymarkt Fuß zu fassen. Was hat sich geändert?
Smith: Im Jahr 2000 begannen wir bei null. Wir bauten die Technologie durch eine Serie von Akquisitionen um einen Prozessor auf, der auf einer Architektur der britischen Firma ARM basierte. Dieses Mal ist es ein Prozessor mit Intel-Architektur. Wir können unsere Fertigungstechnologie in vollem Umfang nutzen. Wir sind wenig abhängig von Akquisitionen und können erstmals in der Entwicklung eines Handychips auf alle Stärken Intels zurückgreifen.

€uro am Sonntag: Wann gibt es die ersten Intel-Handys zu kaufen?
Smith: LG hat die ersten Geräte auf Basis von Intel-Chips, die mit breiteren Strukturgrößen hergestellt wurden, in Aussicht gestellt. Wann die Geräte verfügbar sein werden, kann ich nicht sagen. Auf breiter Front werden wir bei Handys erst starten, wenn Chips mit kleineren Strukturen vom Band laufen.

€uro am Sonntag: Warum?
Smith: Wir glauben, dass wir mit der 45-Nanometer-Architektur noch nicht die Effizienz im Energieverbrauch erreicht haben, die in den meisten Marktbereichen gewünscht wird. Mit den 32-Nanometer-Chips, die ab 2010 verfügbar sein werden, sind wir dort, wo wir hinwollen.

€uro am Sonntag: Etwas Persönliches zum Schluss. Haben sich Ihre zehnjährige Tochter und Ihr 13-jähriger Sohn gefreut, als Intel Apple als neuen Kunden gewonnen hatte?
Smith: Ganz ehrlich, ja. Beide wollten schon länger iMacs. Kaufen durften sie ihre Macs aber erst als Intel-Inside-Rechner.

€uro am Sonntag: Dann werden Sie sicher alles dransetzen, dass Intel mit den Herstellern von Spielekonsolen wieder ins Geschäft kommt.
Smith: Spielekonsolen sind für eine Intel-Kombination mit unserem neuen Larrabee-Grafikchip, der 2010 kommen wird, ideal, genauso wie für unsere neuen Unterhaltungselektronikchips.

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