26.08.2013 07:35

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Griechischer Finanzminister erteilt Schuldenschnitt Absage


Griechenland braucht nach Aussage von Finanzminister Giannis Stournaras keinen weiteren Schuldenschnitt.

"Wir können unsere Schuldenlast auch auf anderen Wegen verringern", sagte Stournaras im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Denkbar seien niedrigere Zinsen und längere Tilgungsfristen für die bereits gewährten Hilfskredite. Als weitere Möglichkeit nannte Stournaras, die Bankenrekapitalisierung rückwirkend auf den Rettungsfonds ESM zu verlagern. Damit würden die für die Banken bereitgestellten 50 Milliarden Euro nicht auf die Staatsschulden angerechnet.

   Stournaras bestätigte gegenüber dem "Handelsblatt", dass sein Land in den Jahren 2014/15 eine Finanzlücke von rund zehn Milliarden Euro aufweise. Ein drittes Hilfspaket, wie es Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble angedeutet hatte, sei deshalb aber nicht zwingend erforderlich. Griechenland könne die Lücke auch mit Mitteln des bisherigen Rettungspakets schließen. Außerdem will Stournaras bereits in der zweiten Jahreshälfte 2014 den Finanzmarkt mit einer neuen Anleiheemission testen. Der Finanzminister räumte zwar ein, dass die aktuelle Rendite der griechischen Zehnjahresanleihe von fast zehn Prozent noch viel zu hoch sei, um an den Markt zu gehen: "Natürlich ist es unmöglich, zu diesen Konditionen Geld aufzunehmen, aber die Renditen werden fallen", so der Minister.

   Er kündigte darüber hinaus ein scharfes Vorgehen gegen Steuersünder an. Leider betrachteten viele Griechen die Steuerhinterziehung als eine Art Volkssport. Diese Mentalität will Stournaras mit harten Strafen bekämpfen. Unter der gegenwärtigen Regierung seien bereits mehr als 600 Steuerhinterzieher ins Gefängnis geschickt worden: "Das ist zwar nicht schön, aber wir mussten es machen", sagte der Minister.

   Zuvor war in der Debatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Forderungen nach einem Schuldenschnitt entschieden entgegengetreten. "Ich warne ausdrücklich vor einem Schuldenschnitt. Er könnte einen Domino-Effekt der Verunsicherung auslösen, an dessen Ende die Investitionsbereitschaft privater Anleger in der Eurozone wieder gen Null geht", sagte Merkel im Gespräch mit dem Magazin "Focus".

   Auch der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, ist gegen einen neuerlichen Schuldenschnitt für Griechenland. "Ein Schuldenerlass, der nur dazu führt, dass wir in fünf Jahren wieder vor der gleichen Situation stehen, wäre kontraproduktiv und ein falsches Signal für die Programmländer", sagte Weidmann im "Handelsblatt" (Montagausgabe). Die Krise in Griechenland könne nur durch Reformen im Land selbst überwunden werden. "Neue Hilfen allein schaffen keine wettbewerbsfähigen Unternehmen und dauerhaft soliden Staatsfinanzen."

DJG/flf Dow Jones Newswires

Bildquellen: Anastasios71 / Shutterstock.com

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Kommentare zu diesem Artikel

Tedesci schrieb:
27.08.2013 07:35:38

@ ottnang

Super Erfolg???!!!, die Südländer stoßen sich gesund und wir werden die Zeche zahlen. Manche Leute merken es halt erst wenn sie so richtig im Dreck stehen. Ich möchte ihnen nicht zu nahe treten, aber ich denke mal Sie sollten nicht zuviel Aktuelle Kamera gucken!

ottnang schrieb:
26.08.2013 17:19:26

Das DUO MERKEL-SCHÄUBLE leistet großartige Arbeit, denn in Griechenland rührt sich viel. Und Steibrück brüllt wieder einmal zu laut, denn bis vor vier jahren war er doch Finanzminister. Der sollte doch leiser treten.

ottnang schrieb:
26.08.2013 17:17:36

MERKEL handelte und handelt r i c h t i g. Der immer mehr einsetzende ERFOLG gibt ihr recht. Und Steinbrück brüllt wieder einmal, vergißt dabei, dass er bis vor vier Jhren der Finanzminister war. Der soll `m

Tedesci schrieb:
26.08.2013 08:17:33

Ich frage mich, warum die Gasvorkommen auf denen die Griechen sitzen, selten ein Thema sind??? Die Zukünftigen Gewinne daraus müßten doch locker die Schulden decken oder zumindest als Sicherheit einsetzbar sein. Einen Schuldenschnitt dürfte kein normaler Gläubiger gutheißen.

gammelfleisch schrieb:
25.08.2013 22:08:12

Da wir Deutschen dank dem DuoInfernale Schäuble/Merkel längst der Kalten Progression und schleichender Enteignung ausgeliefert sind, frage ich mich, warum nicht endlich an die griechischen Vermögen rangegangen wird. Da liegen Milliarden in Immobilien und Privatvermögen.

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