21.11.2012 07:19
Bewerten
(2)

Gefeilsche um Paket für Griechenland dauert an

Gespräche vertagt: Gefeilsche um Paket für Griechenland dauert an | Nachricht | finanzen.net
Gespräche vertagt
DRUCKEN
Das krisengeschüttelte Griechenland muss weiter auf neue Hilfsmilliarden seiner Geldgeber warten. Die Euro-Finanzminister und der Internationale Währungsfonds vertagten ihre Verhandlungen über eine umfassende Griechenland-Vereinbarung auf Montag.
Das sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am frühen Mittwochmorgen nach knapp 12-stündigen Marathonverhandlungen in Brüssel.

    "Wir haben intensiv diskutiert. Wir haben einen besseren Kontrollmechanismus." Da die Fragen so kompliziert seien, habe es jedoch keine abschließende Lösung gegeben, sagte Schäuble.

JUNCKER: TECHNISCHE ARBEIT STEHT AN

    Griechenland habe alle Vorbedingungen in befriedigender Weise erfüllt, hieß es in einer knappen Mitteilung von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Bis zum Montag müsse weitere "technische Arbeit" für einige Teile des Pakets erledigt werden. "Wir sind nahe an einem Ergebnis, es gibt keinen größeren Stolperstein", sagte der Luxemburger Premier vor Journalisten.

    In den langwierigen Debatten ging es zunächst darum, ob Griechenland eine neue Hilfsauszahlung von mindestens 31,5 Milliarden Euro erhalten kann. "Ich bin massiv daran interessiert, dass Griechenland die nächste Tranche erhält. Ich gehe auch davon aus, dass dies so sein wird", resümierte Juncker.

'HAT GELIEFERT'

    "Griechenland hat wirklich geliefert. Man muss das anerkennen. Es ist jetzt an uns, adäquat darauf zu antworten." Ein Termin für die seit langem verzögerte Zahlung stehe aber noch nicht fest. Ohne das neue Geld droht Griechenland die Pleite.

    Ein weiteres Problem ist ein Finanzloch, das bis 2014 rund 13,5 Milliarden Euro ausmachen wird. Die Lücke entsteht, weil das rezessionsgeschüttelte Land zwei Jahre mehr - also bis 2016 - zum Sparen erhalten wird.

REIHE VON OPTIONEN

    "Wir haben jetzt eine Reihe von Optionen auf dem Tisch, wie wir die Finanzlücke schließen, die wir ja kennen", sagte Schäuble. "Darüber haben wir intensiv diskutiert."

    Im Gespräch sind dem Vernehmen nach Zinsverbilligungen oder Laufzeitverlängerungen für Kredite an Athen. Es könnten auch Zinsgewinne aus Griechenlandkrediten weitergereicht werden. Zusätzliches Geld im Hilfsprogramm von 130 Milliarden Euro soll es nicht geben. Eine ganze Reihe von Euroländern lehnt auch einen Schuldenschnitt für öffentliche Gläubiger ab. Juncker sagte auf die Frage, ob nationale Budgets vor dem Paket betroffen seien: "Das ist je nach Option unterschiedlich zu beantworten. Das müssen wir genauestens überprüfen." Auf Details ging er nicht ein.

STREIT MIT IWF

    Juncker sagte, es müssten präzise Berechnungen gemacht werden, damit die Minister vor ihre Regierungen und Parlamente treten könnten. Einige Ressortchefs wollten schon bis Montag in ihren Hauptstädten Rücksprache halten.

    Zu dem Streit mit dem IWF über die Schuldenentwicklung sagte Juncker: "Wir nähern unsere Positionen an." Die Europartner wollen Griechenland bis 2022 und damit zwei Jahre länger geben, um den Schuldenberg auf einen einigermaßen erträglichen Wert von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zu reduzieren. Der IWF lehnte dies bisher ab.

SONDERGIPFEL

    Der Griechenland-Streit soll laut Juncker nicht auf den EU-Sondergipfel getragen werden, der von Donnerstag an über die langfristige Haushaltsplanung der EU von 2014 bis 2020 beraten wird. Mit Blick auf Gipfelchef Herman Van Rompuy sagte Juncker: "Es ist nicht seine Absicht, über dieses Thema anlässlich des ins Haus stehenden Gipfels zu reden."

BRÜSSEL (dpa-AFX)
Bildquellen: Santiago Cornejo / Shutterstock.com
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Vier Gewinneraktien der Autorevolution

Auf der diesjährigen IAA in Frankfurt wurde deutlich: Die Elektromobilität ist nicht mehr aufzuhalten. Alle großen Automobilhersteller stellen ihre Produktionslinien um. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche vier Aktien durch autonomes Fahren und Elektromobilität auf der Gewinnerseite stehen könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt leichter -- Dow kaum bewegt -- PayPal mit Umsatzsprung -- Warum die Bitcoin Group-Aktie weiter steigt -- SAP, Varta-IPO: Börsengang erfolgreich -- eBay, AmEx, Unilever im Fokus

Über Alphabet-Fonds: Uber-Rivale Lyft sammelt weitere Milliarde ein. Richter befasst sich mit möglicherweise unerlaubten Geschäften Trumps. Wirbelstürme zerfleddern Gewinn von US-Versicherer Travelers. Air Berlin: Bund fordert Lufthansa-Engagement in Transfergesellschaft.

Top-Rankings

KW 41: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 41: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Siebenstelliges Jahresgehalt
In diesen Bundesländern leben die Bestverdiener

Umfrage

Die CDU hat rund zwei Prozentpunkte bei der Niedersachsen-Wahl verloren. Nun fordern Konservative Merkels Rücktritt. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Daimler AG710000
Varta AGA0TGJ5
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
GeelyA0CACX
Apple Inc.865985
Millennial Lithium CorpA2AMUE
Bitcoin Group SEA1TNV9
CommerzbankCBK100
EVOTEC AG566480
SAP SE716460
Amazon906866
Infineon AG623100
Allianz840400