LEIPZIG/SCHWARZHEIDE (dpa-AFX) - Der Chemiekonzern
BASF(
BASF) sollte aus Gewerkschaftssicht seinen Standort Schwarzheide im Süden Brandenburgs stärken. Das fordert Michael Vassiliadis, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie (IG BCE). Im Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag) drängte Vassiliadis wegen der geplanten Verlagerung einer Anlage nach Ludwigshafen auf die Produktion weiterer Spezialchemikalien an dem Lausitzer Standort. "In den nächsten Monaten sollte über Neuinvestitionen oder über Erweiterungsvorhaben entschieden werden, damit spätestens 2014/2015 Ersatz da ist."
BASF will am Konzernsitz in Ludwigshafen eine neue Großanlage zur Herstellung des Kunststoffvorprodukts TDI bauen und legt dafür eine Anlage in Schwarzheide still. Die neue Investition beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf rund eine Milliarde Euro. "Ludwigshafen ist einfach näher an den Weiterverarbeitern des Vorprodukts als Schwarzheide", wird Vassiliadis in der Zeitung zitiert. "Für den Lausitzer Standort ist es schmerzlich, wenn die alte Anlage 2014/2015 abgestellt wird. Aber ich sehe keine Gefahr für den Standort, da die Bedingungen dort gut sind." Von der Schließung der Schwarzheider Anlage sind 300 Mitarbeiter betroffen. Entlassungen soll es nicht geben.
In der BASF Schwarzheide GmbH werden neben Polyurethan-Grundprodukten vor allem Wasserbasislacke für die Automobilindustrie sowie Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel hergestellt. Die Zahl der BASF-Beschäftigten belief sich Ende 2011 auf knapp 1800 Mitarbeiter, davon 150 Lehrlinge. Hinzu kamen mehr als 400 Beschäftigte in anderen Firmen an dem Standort./jae/DP/tw