17.05.2013 08:30
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Fitch lobt Deutsche Bank und 11 weitere Großbanken

Gewinne bleiben unter Druck
Die Ratingagentur Fitch hat den größten Banken weltweit Fortschritte bescheinigt und die Bonitätseinstufung der Deutschen Bank und weiterer großer Geldhäuser bestätigt.
Der Ausblick für die gesamte Branche sei trotz der vielen Risiken stabil. Besonders hob die Agentur die Rosskur vieler Institute und die bessere Liquiditätsausstattung hervor. Die Gewinne dürften künftig aber aus einer ganzen Reihe von Gründen unter Druck bleiben, glaubt Fitch.

   Die Ratingagentur nahm bei der Prüfung die Entwicklung von zwölf Großbanken unter die Lupe, darunter als einziges Institut Deutschlands die Deutsche Bank AG, für die Fitch das Langfristrating mit A+ bestätigte. Ähnlich wie den deutschen Branchenprimus stuft die Agentur die beiden französischen Banken Societe Generale und BNP Paribas sowie die US-Großbank J.P. Morgan Chase ein. Besser weg kam erneut nur die britische HSBC Holdings mit AA-.

   Nicht ganz so gut bewertet die Ratingagentur die Bonität der anderen US-Geldhäuser: Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley kommen nur auf A. In diese Reihe gruppiert Fitch auch die beiden Schweizer Institute UBS und Credit Suisse sowie Barclays.

   Obwohl die Kreditanalysten die Anstrengungen der Banken zur Verschlankung und Kostensenkung lobten, sehen sie auch das Geschäftsumfeld als Grund für die zuletzt wieder gute Entwicklung. Die Marktbedingungen hätten sich gebessert und die Kreditverluste in den USA und in den europäischen Ländern seien nach wie vor zu verkraften. Die Geschäftsergebnisse wurden im vergangenen Jahr aber von Kosten für Rechtsstreitigkeiten und der insgesamt strengeren Regulierung belastet. Das dürfte sich fortsetzen, glaubt Fitch.

   Die Auswahl der Banken ist kein Zufall. Jedes der genannten Institute ist in mindestens einem Segment der Wertpapiermärkte ein führender Anbieter. Da die Banken höheren Risiken ausgesetzt seien, müssten sie auch gute Kapitalquoten aufweisen und über ausreichend Liquidität verfügen, um diese Ratings zu erhalten, betonte Fitch. Zudem stehen sie unter Druck, die vom Regulierer geforderten Kapitalquote zu erfüllen.

   Das spürte jüngst auch die Deutsche Bank. Das Frankfurter Geldhaus hatte erst vor zwei Wochen mit einem starken Quartalsergebnis im Rücken ihr Kapital um knapp 3 Milliarden Euro erhöht. Die Bank braucht nicht nur Kapital, um die erhöhten Anforderungen der Regulierer zufrieden zu stellen, sondern aller Voraussicht nach auch für die wahrscheinlich strengeren Anforderungen in den USA. Derzeit wird in den Staaten hitzig darüber diskutiert, inwieweit ausländische Banken die gleichen Anforderungen wie die US-Institute erfüllen müssen, ohne dabei die Mutterkonzerne in den Heimatländern zu berücksichtigen.

   Bei der Eigenkapitalquote sieht Fitch die Deutsche Bank auf einem guten Weg. Die Bank sollte es aller Voraussicht nach sogar vor Ende 2015 schaffen, die anvisierte Kernkapitalquote nach Basel III von zehn Prozent zu erfüllen. Auch auf der Ertragsseite sind die Analysten in ihrem Bericht vom Donnerstagabend recht optimistisch. Die Profitabilität sollte auch dann zufriedenstellend sein, wenn beispielsweise Kosten aus Rechtsstreitigkeiten auf die Gewinne drücken.

Dow Jones Newswires

Bildquellen: Haslam Photography / Shutterstock.com
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