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25.09.2008 12:44

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KOLUMNE

Global Performance-Kolumne: Skepsis angebracht


Das von der US-Regierung in Aussicht gestellte Rettungspaket für die Finanzbranche hat die Börsen in den vergangenen Tagen mächtig durcheinander gewirbelt. Wie das genaue Paket am Ende aussehen wird, ist noch unklar, weil die Parteien um einige Punkte streiten. Ein Scheitern der Hilfsmaßnahmen ist in Anbetracht der dramatischen Lage im Bankwesen aber so gut wie ausgeschlossen. Nach derzeitigem Stand wird der Kernpunkt des Pakets ein Hilfsfonds mit einem Volumen von bis zu 700 Milliarden Dollar sein, der die bislang unverkäuflichen Immobilienanleihen erwirbt. Dadurch sollen die Bankenbilanzen entlastet und die Kreditvergabe – das Herz einer kapitalistischen Volkswirtschaft - angekurbelt werden.

Auch wenn die genauen Auswirkungen schwer einzuschätzen sind (die Börsen waren zuletzt entsprechend schwankungsanfällig), kurzfristig könnten die Aktienmärkte von den geplanten Maßnahmen profitieren. Wenn die Schrottanleihen an den Hilfsfonds abgegeben werden können, kehrt Liquidität ins Finanzsystem zurück. Das sollte die Angst vor weiteren Bankenpleiten dämpfen, zumal mit dem Verbot von bestimmten Leerverkäufen Spekulationen gegen Finanzwerte erschwert werden. Eine Erholung an den Börsen ist mit den Plänen also wahrscheinlicher geworden.

An den mittelfristig negativen Perspektiven ändert sich durch die Maßnahmen aber nichts. Ob sich die Kreditschleusen wie gehofft öffnen, bleibt abzuwarten. Skepsis ist angebracht. Vor allem die entscheidende Frage, welche Preise der Fonds für die Schrottanleihen zahlt, ist noch völlig offen. Dazu ist das Eigenkapital der Banken durch die bisherigen Abschreibungen schon so weit geschrumpft, dass eine Ausweitung der Kreditvergabe kaum möglich ist. Darüber hinaus, stellt sich die Frage, ob für weitere Kredite überhaupt eine Nachfrage da ist. Am Grundproblem der US-Wirtschaft, der massiven Verschuldung der Privathaushalte, ändern nämlich auch die angekündigten Maßnahmen der Regierung nichts. Die Privatwirtschaft der Vereinigten Staaten steht mit rund 40 Billionen Dollar in der Kreide. Das entspricht fast dem dreifachen des BIP. Das lässt ein jahrelange Entschuldung erwarten – über eine Konsumzurückhaltung mit entsprechend negativen Folgen für die Wirtschaft.



Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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