
Global Performance-Kolumne: Skepsis angebracht
Auch wenn die genauen Auswirkungen schwer einzuschätzen sind (die Börsen waren zuletzt entsprechend schwankungsanfällig), kurzfristig könnten die Aktienmärkte von den geplanten Maßnahmen profitieren. Wenn die Schrottanleihen an den Hilfsfonds abgegeben werden können, kehrt Liquidität ins Finanzsystem zurück. Das sollte die Angst vor weiteren Bankenpleiten dämpfen, zumal mit dem Verbot von bestimmten Leerverkäufen Spekulationen gegen Finanzwerte erschwert werden. Eine Erholung an den Börsen ist mit den Plänen also wahrscheinlicher geworden.
An den mittelfristig negativen Perspektiven ändert sich durch die Maßnahmen aber nichts. Ob sich die Kreditschleusen wie gehofft öffnen, bleibt abzuwarten. Skepsis ist angebracht. Vor allem die entscheidende Frage, welche Preise der Fonds für die Schrottanleihen zahlt, ist noch völlig offen. Dazu ist das Eigenkapital der Banken durch die bisherigen Abschreibungen schon so weit geschrumpft, dass eine Ausweitung der Kreditvergabe kaum möglich ist. Darüber hinaus, stellt sich die Frage, ob für weitere Kredite überhaupt eine Nachfrage da ist. Am Grundproblem der US-Wirtschaft, der massiven Verschuldung der Privathaushalte, ändern nämlich auch die angekündigten Maßnahmen der Regierung nichts. Die Privatwirtschaft der Vereinigten Staaten steht mit rund 40 Billionen Dollar in der Kreide. Das entspricht fast dem dreifachen des BIP. Das lässt ein jahrelange Entschuldung erwarten – über eine Konsumzurückhaltung mit entsprechend negativen Folgen für die Wirtschaft.
Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.
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