27.06.2013 16:38
Bewerten
 (0)

Experten monieren Totalversagen in Zyperns Finanzsystem

Gravierende Mängel: Experten monieren Totalversagen in Zyperns Finanzsystem | Nachricht | finanzen.net
Gravierende Mängel
Eine internationale Expertengruppe stellt der zyprischen Kreditwirtschaft ein vernichtendes Zeugnis aus.
Auf allen Ebenen der Geldhäuser hätten gravierende Mängel in Führung und Verwaltung geherrscht, heißt es in einer Studie, die im Auftrag der Zentralbank des Landes angefertigt wurde. Weil demnach auch die Aufsicht versagte, habe sich die Schieflage der Geldhäuser zu einer existenziellen Krise auswachsen können.

   Auf 100 Seiten zeichnen die Experten das Versagen von Managern und Aufsehern nach. "Die Tatsache, dass die Banken unvorsichtig wirtschafteten und für ein ernsthaftes Ungleichgewicht sorgten, wurde nicht beachtet", heißt es am Anfang eines ersten Zwischenberichts.

   Bis zum Crash Ende März habe es für die Geschäfte der Banken quasi keinerlei Schranken gegeben, weil sie den Reichtum des Landes steigerten und viele Zyprer beschäftigten. Der Finanzsektor wurde neben dem Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig des Eurolandes.

   Die Experten legen der Regierung für die Aufräumarbeiten nach dem großen Knall einen ganzen Strauß an Empfehlungen auf den Tisch. Damit Klüngelei und Vetternwirtschaft aufhören, soll das Land sein Bankensystem für ausländische Vorstände und Aufsichtsräte öffnen. Auch muss die Fusion der beiden Platzhirsche Laiki und Cyprus Popular Bank so schnell wie möglich abgeschlossen werden.

   Außerdem schlagen die Fachleute vor, die Genossenschaftsbanken zu einer einzigen Aktiengesellschaft mit straffem Management zusammenzuführen. Die derzeit fünf Teile umfassende Finanzaufsicht sollte zu einer einzigen Institution zusammengeschlossen und innerhalb der Zentralbank angesiedelt werden. Vor der dramatischen Rettung im Frühjahr haben laut der Untersuchung Finanzministerium und Zentralbank in offener Feindschaft zueinander agiert, Zuständigkeiten waren dementsprechend kaum geregelt.

   Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass das Bankensystem schrumpfen muss und sich die Kunden auf einen weniger persönlichen Service einstellen müssen. Der Vorsitzende der Kommission, David Lascelles, sagt den Geldhäusern magere Jahre voraus. Dennoch ist das Land aus seiner Sicht in der Lage, alle Empfehlungen umzusetzen.

   Die Bilanzsumme der zyprischen Banken war auf das Achtfache der Wirtschaftsleistung angeschwollen. Sie zogen durch hohe Zinsen für Anleger sehr viel ausländisches Kapital, vor allem aus Russland, an. Die Institute waren sehr stark in Griechenland investiert, so dass ihnen der Schuldenschnitt auf Staatsanleihen aus Athen das Genick brach. Zypern musste im April gerettet werden und wird seitdem von einem Hilfsprogramm von EU und IWF über Wasser gehalten.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com   DJG/chg/hab Dow Jones Newswires Von Christian Grimm

Bildquellen: Paul Cowan / Shutterstock.com
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX trotz Brexit-Antrags im Plus -- Dow leichter -- Deutsche Bank zu US-Millionenstrafe verurteilt -- Daimler erwartet Rekordquartal -- Grammer, AURELIUS, Tesla im Fokus

Wells Fargo zahlt 110 Millionen Dollar in Scheinkonten-Affäre. Banken drehen ins Minus - Bericht über Kurs der EZB belastet. Unzufriedene Anleger schicken Scout24-Aktie auf Tief seit November. UBS-Analyst: Nur unter diesen Bedingungen kann die Apple-Aktie auf 200 Dollar steigen. SolarWorld verspricht bis 2019 wieder schwarze Zahlen.

Top-Rankings

Hier macht Arbeiten Spaß
Die besten Arbeitgeber weltweit
KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der bayerische Handelsverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe über das Internet. Wäre das auch was für Sie?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
AURELIUS Equity Opp. SE & Co. KGaAA0JK2A
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Apple Inc.865985
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Nordex AGA0D655
BASFBASF11
EVOTEC AG566480
Deutsche Telekom AG555750
BayerBAY001
BMW AG519000
Infineon Technologies AG623100