07.11.2012 14:35
Bewerten
(0)

Griechenland und Spanien bleiben die Sorgenkinder der EU-Kommission

DRUCKEN

   Von Jonathan House, Philip Pangalos und Christian Grimm

   Spanien und Griechenland werden ein weiteres Jahr durch ein langes Tal der Tränen gehen, ehe ihre Volkswirtschaften wieder Tritt fassen. Die EU-Kommission hat in ihrem Herbstausblick für die beiden Sorgenkinder keine guten Zahlen im Gepäck. Die griechische Wirtschaftsleistung wird 2013 um weitere 4,2 Prozent schrumpfen, während es für Spanien um 1,4 Prozent nach unten geht. Madrid wird seine EU-Partner in den nächsten Jahren noch häufiger enttäuschen, weil die Ziele zur Neuverschuldung nach Einschätzung der Kommission wohl regelmäßig gerissen werden.

   Im laufenden Jahr wird sich das Defizit bei 8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einpegeln, während Ministerpräsident Mariano Rajoy in Brüssel 6,3 Prozent versprochen hat. In den kommenden beiden Jahren sieht es nicht besser aus. Für 2013 und 2014 lautet die Prognose der Kommission für die Neuverschuldung auf 6 und 6,4 Prozent. Mit der EU vereinbart sind aber 4,5 und 2,8 Prozent.

   "Der Abbau der Staatsausgaben scheint in der Spur, aber die Verbesserungen werden durch wegbrechende Steuereinnahmen, höhere Zinsen und gestiegene Sozialausgaben aufgezehrt", heißt es in der EU-Einschätzung zu Spanien. Die Rekordarbeitslosigkeit wird der Regierung weiter Kopfzerbrechen bereiten, dürfte sie doch weiter auf über 26 Prozent steigen. Schon jetzt ist jeder vierte Erwerbsfähige ohne Job.

   Nach schmerzhaften Kürzungen bei Löhnen, Renten und Sozialleistungen steht den Griechen das sechste Jahr im Abschwung bevor. Im Frühjahr hatte die Kommission noch gehofft, 2013 den Abschwung zum Stillstand zu bringen. Erst 2014 soll es mit einem Plus von 0,6 Prozent ein zaghaftes Wachstum geben. "Diese Einschätzung beruht darauf, dass Vertrauen und Investitionen zurückkommen", warnte jedoch die Kommission.

   Bedingung dafür sei, dass die Reformen wirklich umgesetzt werden und es Fortschritte bei der Wettbewerbsfähigkeit gibt. Die Arbeitslosigkeit wird in den nächsten beiden Jahren leicht zurückgehen, 2014 aber mit 22,2 Prozent hoch bleiben. Die Schulden kennen bis dahin nur den Weg nach oben und werden übernächstes Jahr knapp 190 Prozent der Wirtschaftskraft erreichen.

   Am Abend soll im griechischen Parlament über Einsparungen und weitere Reformen abgestimmt werden. Das Parlament musste aus Angst vor einem Sturm durch Demonstranten von der Polizei abgeriegelt werden. Die Mehrheit der Regierung wackelt beträchtlich, weil ein kleiner Koalitionspartner nicht zustimmen will. Ohne die weiteren Kürzungen bekommt Griechenland kein frisches Geld aus Brüssel und wäre bald insolvent.

   Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/DJN/chg/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   November 07, 2012 08:04 ET (13:04 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 04 AM EST 11-07-12

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Charttechnischer Ausblick auf die Finanzmärkte 2018

Nicht verpassen: Am 4. Januar Live-Webinar mit einer Analyse der langfristigen Chartbildern von Zinsen, EUR/USD, Rohstoffen und Aktien. Exklusiv für den Börse Stuttgart Anlegerclub.
Kostenfrei registrieren und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX geht grün ins Wochenende -- Wall Street schließt im Plus -- Bitcoin: Neues Rekordhoch -- H&M-Aktie stürzt ab -- Airbus-Konzernchef Enders geht 2019 -- Oracle, HelloFresh, Merck KGaA, VW im Fokus

Luxemburg klagt gegen EU-Steuernachforderung an Amazon. EU strebt schnelle Fortschritte bei Bankenunion und ESM an. Tui verstärkt sich im Kreuzfahrtgeschäft. Ryanair wirft bei Fluggesellschaft Niki Hut in den Ring. Ripple marschiert auf Platz drei der größten Kryptowährungen. Steinhoff bekommt Hilfe von Tochter Steinhoff Africa Retail. Gemalto offenbar doch bereit zu Übernahmegesprächen mit Atos. CropEnergies verdient im dritten Quartal weniger.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Scout24 AGA12DM8
Daimler AG710000
Steinhoff International N.V.A14XB9
BMW AG519000
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Amazon906866
EVOTEC AG566480
adidas AGA1EWWW
RWE AG St.703712
Deutsche Telekom AG555750