Griechenlands Finanzminister sieht 2013 konjunkturelle Wende
Auch bei der Haushaltskonsolidierung sieht Stournaras sein Land auf gutem Weg: "Wir haben 2012 die Defizitvorgaben erstmals seit Beginn der Krise nicht nur erreicht, sondern sogar leicht übertroffen." Möglicherweise werde Athen bereits in diesem Jahr einen Primärüberschuss ausweisen. Darunter versteht man einen Haushaltsüberschuss des Staates, allerdings ohne Berücksichtigung der Zinsausgaben für Schulden. Stournaras sagte, damit würde sich auch die Möglichkeit weiterer Erleichterungen eröffnen, etwa durch niedrigere Zinsen für bereits gewährte Hilfskredite.
Als Antwort auf die Euro-Krise fordert Stournaras eine Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Union Europas: "Wenn wir den Euro bewahren wollen, muss aus der Währungsunion eine echte Föderation werden, eine Wirtschaftsunion." Wenn die Budgets aller Eurostaaten einer strengen, gemeinsamen Kontrolle unterlägen, halte er auch Eurobonds - also gemeinsame Anleihen der Euroländer - für vertretbar. "Wir brauchen in der Eurozone eine gemeinsame Schuldenpolitik", sagte Stournaras.
Der griechische Finanzminister unterstrich den politischen Willen der Regierung in Athen, die früher vernachlässigten Privatisierungen jetzt voranzutreiben. Es gebe bereits großes Interesse der Investoren. Gute Möglichkeiten für Investitionen sieht er unter anderem im Tourismus, im Energiesektor, in der Logistikbranche, der Landwirtschaft und bei Umwelttechnologien./bgf/jsl







