13.12.2012 08:57
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2012 – das Jahr der Angst

Grüner Fisher-Kolumne

Thomas Grüner
„In dem Maße, wie 2011 frustrierend gewesen sein mag, sollte 2012 lohnend werden“ – dies schrieb ich zu Beginn des Jahres 2012.
Nun neigt sich das laufende Jahr dem Ende zu, und die weltweiten Börsen werden aller Voraussicht nach deutlich im Plus abschließen. Von Euphorie jedoch keine Spur. Das Verhalten der Anleger ist noch immer von Skepsis geprägt. Der laufende Bullenmarkt wird nicht als solcher wahrgenommen und behält in einem Umfeld, das weiterhin von Zweifel und Angst dominiert wird, seine „Tarnung“ bei. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Aufwärtspotential noch längst nicht ausgeschöpft ist. Wie Sir John Templeton einst bemerkte: „Der Bullenmarkt stirbt in Euphorie“.

Die Krisen gehen nicht aus

Die Anlegerstimmung im Jahr 2012 wurde dominiert von negativen Pressemeldungen. Dementsprechend ist der Respekt vor den Aktienmärkten insbesondere bei deutschen Investoren immer noch groß – viel zu groß! Die Story vom „verlorenen Jahrzehnt“ an den Aktienmärkten hat sich in den Köpfen festgesetzt. So wurde die bemerkenswerte Aufwärtsbewegung zu Jahresbeginn als „Idiotenrallye“ abgestempelt und die anschließende Korrektur zum Anlass genommen, diverse Horrorszenarien auszumalen - welche bereits mehrfach im Rahmen der europäischen Schuldenkrise bemüht wurden. Eher selten wurden die historische Unterbewertung der Aktienmärkte oder die ausgezeichneten Fundamentaldaten der Unternehmen thematisiert – letztendlich die maßgeblichen Faktoren für den positiven Verlauf im Jahr 2012. Selbst der krisengebeutelte EuroStoxx50-Index hat heimlich, still und leise ordentlich zugelegt – und damit im bisherigen Jahresverlauf eine höhere Rendite erwirtschaftet als Gold.

Facebook – die gefährlichste Aktie der Welt

Ein weiteres Topthema des Jahres 2012: Facebook! Die Euphorie zum Zeitpunkt des Börsengangs nahm mitunter groteske Züge an. „Alles andere als eine Verdopplung am ersten Handelstag wäre eine Enttäuschung“ hieß es in den Medien. Umso ernüchternder fielen der anschließende Kursverfall und der Katzenjammer der Anleger aus. Der Markt hat gezeigt, dass die anfängliche Bewertung des Unternehmens mit 100 Milliarden Dollar deutlich zu hoch angesetzt war, und hat dies entsprechend scharf korrigiert. Mittlerweile sind jedoch erste Anzeichen erkennbar, dass Facebook sein enormes Potential entfalten kann. Seit dem Erreichen des Tiefpunkts konnte die Aktie mehr als 50 % zulegen. Ganz ohne pompöse Berichterstattung in der Presse. Die Entwicklung der Facebook-Aktie ist daher in vielerlei Hinsicht symptomatisch für den gesamten Aktienmarkt: Reich an Potential, nach Abbau der überzogenen Erwartungshaltung relativ günstig bewertet und von der Presse geschmäht. Wer der Gefahr ins Auge blickte, der wurde im Jahr 2012 belohnt. Wer auf die vermeintliche Sicherheit setzte, wird gegen die Inflation verlieren.

Fazit

Die globalen Aktienmärkte werden auch im weiteren Verlauf des Bullenmarkts das Prädikat „gefährlich“ tragen. Gefahr ist jedoch nur dann im Verzug, wenn „echte Euphorie“ auftreten wird. Solange jedoch viele Anleger die fundamentale Unterbewertung der Aktienmärkte mit ihrem Verstand zwar realisieren, ihre Ängste und Emotionalität sie aber weiterhin von einer höheren Aktienquote abhalten, dann ist „echte Gefahr“ noch nicht im Verzug. Und diese „Mauer der Angst“ eröffnet dem immer noch gut getarnten Bullenmarkt die Chance, weiter an ihr emporzuklettern.

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Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Angespannte Marktlage
Das weltgrößte Social Network, Facebook, will ins Immobiliengeschäft einsteigen. Dabei hat man explizit auch Familien mit schwachem Einkommen im Visier. Doch der Internetgigant handelt auch in eigenem Interesse.

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