02.01.2013 16:07
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2013 verspricht große Spannung

Grüner Fisher-Kolumne

Thomas Grüner
m Jahr 2012 konnten die globalen Aktienmärkte mit deutlichen Kursgewinnen aufwarten.
Die entscheidende Frage, die sich Investoren zum jetzigen Zeitpunkt stellen: Haben die Märkte das Aufwärtspotential damit schon größtenteils ausgereizt oder ist ein weiterer, nachhaltiger Aufschwung an den Börsen möglich?

Findet der Bullenmarkt auch im kommenden Jahr seine Fortsetzung, werden alte Bestmarken zahlreicher Aktienindizes deutlich übertroffen – zahlreiche Analysten sehen dieses Szenario deshalb mit großer Skepsis. Die Angst vor neuen Höchstständen war schon immer ein vor allem psychologisch motivierter Faktor, der die Stimmungslage nach unten drückt.

Die Meinungen für das kommende Jahr sind gespalten. Skeptiker sorgen sich um die nicht ausgestandene europäische Schuldenkrise und die Haushaltsdebatte in den USA. Einer heftigen Korrektur oder gar einem Crash wird eine hohe Wahrscheinlichkeit beigemessen. Diesem Szenario stehen allerdings zahlreiche Faktoren entgegen, die weiterhin optimistisch stimmen: Die fundamentalen Daten der Unternehmen sind nach wie vor intakt, die Gewinne hoch – was trotz des deutlichen Kursanstiegs noch immer zu einer relativ günstigen Bewertung der Aktienmärkte führt. Eines ist jedoch sicher: Auch im Jahr 2013 werden wir keine „ruhigen Zeiten“ erleben.

„Fiscal Cliff“ und Eurokrise

Die Problematik um die europäische Schuldenkrise hat auch im Jahr 2012 das Geschehen stets begleitet und die Stimmungslage beeinflusst. Für den Aufschwung an den Märkten musste keine vollständige Lösung der Probleme her, es genügte die Ankündigung der EZB, die Märkte mit ausreichender Liquidität zu versorgen. Horrorszenario abgewendet. Mittlerweile wird schon eine gewisse Routine im Umgang mit der Schuldenkrise sichtbar, das negative Überraschungspotential für das kommende Jahr dürfte deshalb stark eingegrenzt sein. Im Gegenteil: Weitere konstruktive Lösungsansätze können den Märkten zusätzliche Erleichterung verschaffen.

Auch im Haushaltsstreit um die drohende „fiscal cliff“ rückt der Zeitpunkt der Entscheidung näher. Trotz Schuldendynamik hat sich die US-Wirtschaft sehr robust entwickelt – es ist naheliegend, dass die USA davon absehen werden, sich selbst ins wirtschaftliche Abseits zu manövrieren. Und selbst wenn diese beiden „Sorgenkinder“ im nächsten Jahr komplett aus der Welt geschafft werden können – mit Sicherheit rücken andere - neue - Probleme in den Fokus. Auch in 2013 werden wirtschaftliche und politische Sorgen treue Begleiter des Geschehens sein. Nicht unbedingt schlecht für die Aktienmärkte - das Jahr 2012 hat einmal mehr gezeigt, dass Angst ein positiver Treiber sein kann.

Wann folgt die Umschichtung?

Ein entscheidender Faktor im Jahr 2013 wird sein, wann und in welchem Ausmaß die - oftmals angepriesenen, aber letztendlich noch nicht durchgeführten – Investitionen in den Aktienmarkt erfolgen werden. Die Alternativlosigkeit der Aktienmärkte in Bezug auf die Generierung laufender Erträge wird sowohl private als auch institutionelle Anleger quasi in den Markt „treiben“. Und auch wenn sich nach und nach vorsichtiger Optimismus breit macht: Solange man noch nicht von Euphorie sprechen kann, ist der Bullenmarkt auch im Jahr 2013 nicht vollends in Gefahr.

Fazit

2013 wird ein spannendes Jahr an den Börsen. Die Mauer der Angst besteht noch immer – auch in 2013 ist die „risikolose Rendite“ ein nicht zu erfüllender Wunsch. Aktien werden ihre Attraktivität im Vergleich zu anderen Anlageklassen vorerst beibehalten.

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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